Dienstag, 21. Mai 2019

Mit allen Wassern gewaschen: Vier Einbrecher festgenommen

Die Beamten der Bozner Quästur haben am Montag 4 mutmaßliche Serieneinbrecher festgenommen und dies am Dienstag auf einer Pressekonferenz mitgeteilt. Den Männern wird vorgeworfen, mindestens einen, vermutlich aber mehrere Einbrüche in Südtirol begangen zu haben. Für die Einbrüche hatten die Männer tief in die Trickkiste gegriffen und sich Hilfe aus dem Darknet geholt.

Diebesgut und Einbruchswerkzeug beim Pressetermin in der Bozner Quästur.
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Diebesgut und Einbruchswerkzeug beim Pressetermin in der Bozner Quästur.

Bei den Festgenommenen handelt es sich um 3 Männer aus Georgien sowie einem Deutschen georgischer Abstammung. Während einer von ihnen, ein 33-Jähriger mit laufendem Asylverfahren, in einer Flüchtlingsunterkunft in Bozen untergebracht war, reisten die anderen für die Einbrüche eigens aus dem Ausland an. 

Es wird vermutet, dass die Bande schon in der vergangenen Woche 2 Einbrüche verübt hatte, am Mittwoch in Meran und am Donnerstag in Bozen. Zum Verhängnis wurde ihnen aber der Einbruch am gestrigen Montag im Don-Bosco-Viertel.

Dort waren sie in die Wohnung einer älteren Dame eingedrungen und hatten Schmuck im Wert von rund 20.000 Euro gestohlen, ehe sie von den Beamten der Quästur verhaftet wurden.

Rund 100 Wohnungen ausgeforscht

Diese hatten die 4 Männer schon seit einiger Zeit unter Beobachtung, da sie eines der beiden Autos, die bei den Einbrüchen verwendet worden waren, von einem Einbruch im November wiedererkannt hatten.

So hatten die Beamten stets ein Auge auf die Bande, die in den vergangenen Tagen rund 100 Wohnungen in Bozen ausforschte, um festzustellen, welche sich am besten für einen Einbruch eignete. Zur Auskundschaftung verwendeten die Täter Papierstreifen, die sie in die Tür steckten und so feststellen konnten, ob die Besitzer nach Hause gekommen waren oder nicht.

Für den Einbruch selbst verwendeten sie einen sogenannten „Bulgarischen Dietrich“, den sie im Darknet erworben hatten: Der Dietrich besitzt verschiedene Zacken und kann nach dem Einführen in das Schlüsselloch aufgepumpt werden. Die Zacken des Dietrichs passen sich dem Schlüsselbart an - und hinterlassen so keine Spuren eines Einbruchs.

Während also 2 der angereisten Georgier den Einbruch verübten, wartete der 3. im Bunde im Auto als Fahrer. Dieses war das Auto, das die Beamten von einem Einbruch im November wiedererkannt hatten. Anschließend übergaben die Angereisten die Beute dem 33-jährigen Landsmann mit Asylstatus, der die Beute wiederum in seinem Auto entgegennahm und anschließend verscherbelte.

Noch müssen den 4 Männern die anderen Einbrüche nachgewiesen werden, jener von Montag hingegen gilt als aufgeklärt: Im Auto des Fahrers fanden die Beamten das Einbruchswerkzeug, im Auto des 33-Jährigen den gestohlenen Schmuck.

stol/liz

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