Der Säbener Berg könnte näher an die Besucher rücken: Erste geologische Untersuchungen zeigen, dass der markante Felshügel stabil genug ist, um langfristig besser erschlossen zu werden. Seit rund eineinhalb Jahren steht die Idee eines im Inneren des Berges verlaufenden Aufzugs im Raum. Landesgeologe Volkmar Mair gibt Einblick in die Beschaffenheit des Berges und über mögliche Herausforderungen. <BR /><BR />Im Februar 2024 gaben das Land, die Gemeinde Klausen und die Diözese gemeinsam bekannt, die Zugänglichkeit zum Kloster Säben verbessern zu wollen. Dabei war auch die Rede vom Bau eines Aufzugs, der senkrecht im Berg verläuft. Dieser soll vom Marktplatz der Stadt Klausen aus auf Höhe der Liebfrauenkirche, also am südlichen Rand des Klosterareals, verlaufen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1238514_image" /></div> Seitdem wurden in Vorbereitung auf eine mögliche Zugänglichmachung eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Wie berichtet, unternahm das Landesamt für Geologie und Baustoffprüfungen Messungen am Berg, um zu klären, welche Eingriffe die Geologie des Säbener Berges zulässt. Landesgeologe Volkmar Mair spricht über erste Ergebnisse.<BR /><BR /><b>Welche Ergebnisse haben die Messungen am Berg ergeben</b><BR /> Volkmar Mair: „Wir haben uns die Gesteinsarten, die Struktur des Berges und die Geometrien angeschaut. Im Inneren sind die Gesteinsschichten des Felshügels kompakt und entsprechend stabil. Wir haben eine sehr genaue geologische Kartierung mit einem Maßstab von 1:5.000 vorgenommen. Im Wesentlichen treffen wir auf drei Gesteinsschichten: Der kompakte Teil, auf dem auch das Kloster steht, besteht aus Diorit. Dann finden wir Quarz-Phyllit, das ist das Umgebungsgestein, das wir auch im Tinnetal finden. Und es gibt noch Quarzite, das sind sehr harte Gesteine. Wir haben zudem mehrere Störungszonen vorgefunden, die durch die alpidische Gebirgsbildung entstanden sind. Diese Störungszonen sind der Grund dafür, dass die Gesteine stark zerlegt sind. Entlang des Berges verlaufen steile Gräben, die sich auch durch den Berg ziehen. Sollte es zum Bau des Aufzugs kommen, müssen diese Störungszonen umgangen oder rechtwinklig durchsprengt werden. Wir haben auch Gesteinsproben entnommen, um die Härte und Widerstandsfähigkeit zu messen.<BR /><BR /><b><b>Wie geht es nun weiter? </b></b><BR />Mair: Jetzt gilt es, Details zu klären. Dazu sind seismische Untersuchungen nötig, bei denen mithilfe von Schallwellen ermittelt wird, wo das Gestein sehr kompakt ist und wie genau die Störungszonen verlaufen. <BR /><BR /><b>Wann sind die seismischen Untersuchungen vorgesehen?</b><BR />Mair: Sie sind über den Winter geplant. In einem nächsten Schritt werden Bohrungen vorgenommen, um den Umkreis festzulegen, in dem im Falle gearbeitet werden kann. <BR /><BR /><b>Der Säbener Berg soll zugänglicher werden. Ist ein Aufzug aus Ihrer Sicht die beste Lösung? </b><BR />Mair: Wenn man das einzigartige äußere Erscheinungsbild des Säbener Berges als Ensemble so belassen möchte, dann muss man über einen senkrechten Tunnel im Inneren des Berges nach oben gelangen. Ein außen verlaufender Schrägaufzug würde die Ansicht zerstören. <BR /><BR /><b>Kommt es zum Bau des Aufzugs, würde die Baustelle im Tinnetal eingerichtet… </b><BR /> Mair: Ja, das hat mehrere Vorteile. Zum einen kann man am Marktplatz, mitten in der Stadt, keine derartige Baustelle einrichten. Die Besucher selbst betreten den Tunnel und den Aufzug aber über Klausen-Stadt. Ein zweiter Zugang über das Tinnetal ist nicht nur notwendig, da von dort aus gearbeitet wird, sondern dient auch der Belüftung. Im Falle von Problemen oder einer notwendigen Evakuierung hat man so einen zweiten Fluchtweg. <BR /><BR /><b>Lässt sich bereits etwas zu den Kosten des Baus sagen? </b><BR />Mair: Nein, dazu ist es noch zu früh, da wir noch nicht wissen, wie kompakt die einzelnen Schichten sind. Es fehlen noch Detailanalysen zum Zugangsstollen. Außerdem hängt es davon ab, wie viel wir des Materials, das wir aus dem Berg holen würden, für entsprechende Betonarbeiten wiederverwenden können. Das muss dann ein Ausführungsprojekt klären – von einem solchen sind wir noch weit entfernt. Aktuell geht es um die technisch-wirtschaftliche Machbarkeit. Das ist sozusagen die Basis. <h3> <b>Ein musealer Beirat und eine erste Studie</b></h3> Parallel zu den Maßnahmen des Landes kam ein neu eingesetzter musealer Beirat bisher zwei Mal zusammen. Der Beirat besteht aus der Landeskonservatorin Karin Dalla Torre, den Klausnern Walter Baumgartner und Herbert Gamper, Diözesanökonom Franz Kripp, Peter Schwienbacher, Direktor der Hofburg Brixen, sowie Angelika Gasser und Marisa Giurdanella, beide leitende Mitarbeiterinnen des Landes. Der Beirat soll sich Gedanken darüber machen, wie das außerhalb der Klostermauern gelegene Bethlehemhaus, der Turm und der Zugang zum Tunnelportal museal bespielt werden können, sagt Bürgermeister Peter Gasser. Parallel dazu erstellt das Ingenieur- und Planungsbüro iPlan im Auftrag der Gemeinde und in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Geologie eine Machbarkeitsstudie, die den Ist-Bestand und Möglichkeiten für die Erschließung des Klosters – mit Kostenschätzung und Terminplan – absteckt. Das Dokument ist in Ausarbeitung und soll 2026 dem Gemeinderat Klausen vorgestellt werden. <Rechte_Copyright></Rechte_Copyright>