Donnerstag, 30. Juli 2020

Mit dem Fahrrad und zu Fuß: Der neue Anti-Covid-19-Verkehrsplan von Bozen

Das Bozner Radwegenetz soll ausgebaut werden, auch sollen neue Fahrradparkplätze geschaffen werden: Für die Förderung der Fußgänger- und Fahrradmobilität hat das Ministerium für Infrastrukturen und Transportwesen der Stadt Bozen 632.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Die Stadt Bozen will mit ihrem neuen Verkehrsplan die Fortbewegung zu Fuß und mit dem Fahrrad im Stadtgebiet weiter fördern.
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Die Stadt Bozen will mit ihrem neuen Verkehrsplan die Fortbewegung zu Fuß und mit dem Fahrrad im Stadtgebiet weiter fördern. - Foto: © fin
Der derzeit geltende Notstand, der durch das Virus Covid-19 hervorgerufen worden ist, hat auch Auswirkungen auf den Verkehr und die Verkehrsplanung.

Daher hat die Gemeindeverwaltung einen außerordentlichen Verkehrsplan erstellt, der Maßnahmen enthält, um die Fortbewegung zu Fuß und mit dem Fahrrad im Stadtgebiet weiter zu fördern, das Radwegenetz auszubauen, neue Fahrradparkplätze zu schaffen und somit den motorisierten Individualverkehr - soweit möglich - einzuschränken.

Alle diese Maßnahmen sollen sich auch positiv auf die tägliche Verkehrssituation in Bozen und die Luftverschmutzung auswirken.

Der außerordentliche Verkehrsplan, der bis zur Aufhebung des Gesundheitsnotstandes gilt, wurde am Donnerstagvormittag von Bürgermeister Renzo Caramaschi und Vizebürgermeister Luis Walcher im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus vorgestellt.

Mit dem Fahrrad zur Schule

Ein besonders wichtiger Aspekt sei die Regelung des Verkehrs zu Beginn des Schuljahres, sagten der Bürgermeister und der Vizebürgermeister.

Die Erreichbarkeit der einzelnen Schulen muss unter Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet werden, ohne dass der private Pkw-Verkehr plötzlich stark ansteigt.

Daher wird das Radwegenetz weiter ausgebaut, erklärte der Direktor des Amtes für Mobilität, Ivan Moroder.

In der Reschen- und der Sassaristraße werden Radfahrstreifen eingezeichnet und es werden Speed-Check-Boxen installiert, um die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h zu kontrollieren.

Radweg nach Kardaun wird verbreitert

Der Radweg nach Kardaun wird verbreitert und die Radbrücke über den Eisack bei der Mila wird in Kürze in Betrieb genommen.

Im Moritzinger Weg auf dem Abschnitt zwischen der Meraner Straße und dem Blutspenderplatz wird eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 40 km/h eingeführt, um die Sicherheit für die Radfahrer, die zwischen der Kaktussiedlung, Siebeneich, Terlan und Bozen verkehren, zu erhöhen.

Mehr Fahrradparkplätze

Ein Ausbau der Fahrradmobilität ist nur möglich, wenn auch Parkplätze für Fahrräder vorhanden sind. Es werden daher die bereits vorhandenen Fahrradparkplätze ausgebaut, insbesondere an wichtigen Knotenpunkten, wie z.B. in Sigmundskron, bei der Kohlerer Seilbahn, bei der Messe bzw. beim Messebahnhof Bozen Süd, am Parkplatz Pfarrhof oder am Parkplatz bei der Stadthalle.

Die Fahrradparkplätze werden eingezäunt, beleuchtet und mit Videokameras überwacht, um die Sicherheit der Fahrräder zu gewährleisten und Vandalenakten vorzubeugen.

Auch in der Altstadt sollen neue Stellplätze für Fahrräder eingerichtet werden, vor allem am Dominikanerplatz, am Pfarrplatz, am Waltherplatz, in der Gumergasse und am Silvius-Magnago-Platz (Parkseite).

Mehr Sicherheit für Fußgänger

Auch die Sicherheit der Fußgänger bzw. die Einhaltung des vorgeschriebenen Abstandes zwischen den Personen und den Schülerinnen und Schülern, die zur Schule gehen, sind ein Thema im außerordentlichen Verkehrsplan.

Daher wird das Teilstück des Gehweges in der Claudia-Augusta-Straße zwischen dem Tambosi-Park und der Romstraße verbreitert. Es werden auch neue Schulstraßen ausgewiesen, die kurz vor Unterrichtsbeginn und einige Zeit nach Unterrichtsende für den Verkehr gesperrt sind.

Die neuen Schulstraßen sind der Leegtorweg, St. Johann, die Rovigostraße (zwischen der Mailandstraße und dem Neubruchweg) und die Vintlerstraße.

Auch auf die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler im Straßenverkehr wird geachtet, u.z. werden Bodenschwellen verlegt, neue Schilder installiert und eine entsprechende Bodenmarkierung angebracht.

Der Pedibus-Dienst, bei dem Schülerlotsen Kinder zu Fuß zur Schule begleiten, wird ausgebaut: Ab Schulbeginn werden in 4 neuen Straßen Begleitdienste angeboten; in Bozen gibt es bereits 10 Straßen, in denen ein Pedibus-Dienst angeboten wird.

Die Gemeindeverwaltung wird daher im Herbst neue Schülerlotsen benötigen, um den Pedibus-Dienst überall anbieten zu können.

stol

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