Mittwoch, 16. August 2017

Mit dem Rollstuhl auf die Maultasch

Wunderschön ist die Aussicht, die man von der Burgruine Maultasch auf Terlan hat. Ein Panorama, das Alfred Mitterer seit Jahren nicht mehr genießen konnte, denn Alfred Mitterer sitzt im Rollstuhl.

Angekommen. - Foto: FFW Terlan
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Angekommen. - Foto: FFW Terlan

Es war beim Fotografieren als Mitterer vor einigen Jahre stürzte und sich schwer verletzte – Diagnose: Querschnittslähmung. Seither sitzt der über 60-Jährige im Rollstuhl.

„Trotz seines Unfalls blieb der Alfred immer positiv eingestellt“, erzählt Terlans Bürgermeister Klaus Runer im Gespräch mit STOL. Für ihn habe Mitterer deswegen eine Vorbildfunktion, vor allem aber auch, da er sich auf vielfältige Weise im Dorf engagiere – etwa im Gemeinderat oder im Bildungsausschuss.

„Nur eine Sache, die hat Alfred nie akzeptiert“, eröffnet Runer, „dass er mit seinem Rollstuhl nicht mehr zur Maultasch rauf kann.“ Die 140 Meter oberhalb des Weindorfs gelegene Burgruine gilt als Lieblingsort vieler Terlaner. Bei Alfred Mitterer ist das nicht anders, der steile Weg dorthin war für ihn als Rollstuhlfahrer aber nicht machbar. Zumindest bis vergangenen Montag.

Denn am 14. August trugen Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Terlan, Bergretter des BRD Bozen und Mitglieder des Gemeindeausschusses Alfred Mitterer in einer Rettungsliege auf die Maultasch. Runer löste damit ein Versprechen ein, dass er Mitterer gegeben hatte.

Ein ungewöhnlicher Einsatz. - Foto: FFW Terlan

„Als wir oben waren, hatte Alfred eine Riesenfreude. Er hat sich wie ein kleines Kind gefühlt und gejuchzt als er auf Terlan hinunterschaute“, erzählt Runer. Um die Sache noch runder zu machen, hissten Terlans Schützenhauptmann Andreas Franzelin und Landtagsabgeordneter Sigmar Stocker die Tiroler Fahne einen Tag früher als üblich.

Und dann? „Dann gab’s eine Marende und Weißwein, so, wie es sich in Terlan gehört“, erzählt Klaus Runer. Und einen glücklichen Alfred Mitterer.

stol/aw

stol