4 Freiwillige erzählen, welche Fahrten mit Schwerstkranken ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind: Giuseppe D'Ignazio, Marialuise Kelderer, Karl Battisti und Herta Zelger. <BR /><BR />Der Wünschewagen machte es möglich, dass sogar eine bettlägerige Frau noch einmal San Marco in Venedig besichtigen konnte. „Wir holten die Frau aus dem Bett und brachten sie nach der Fahrt wieder ins Bett zurück“, erzählt D'Ignazio. „Es ist schwierig, in Worten auszudrücken, was man in solchen Momenten fühlt.“ Die Frau sei in Covid-Zeiten ins Krankenhaus gekommen, weil sie Atemprobleme hatte. Im Spital folgte dann eine unerwartete Diagnose: Gehirntumor. Der letzte große Wunsch: das Baptisterium bei San Marco noch einmal zu sehen. An diesem Tag in Venedig waren dann neben den Freiwilligen auch ihre Tochter und ihre Enkel dabei. <h3> Noch einmal heim in die Basilicata</h3>Für einen Italiener, der in Düsseldorf mehrere Restaurants besitzt, war es der letzte große Wunsch, noch einmal in die Heimat zu dürfen. Der Südtiroler Wünschewagen übernahm den Patienten von einem deutschen Wünschewagen und brachte ihn in die Basilicata – in ein Hotel. Eine Woche konnte er wieder dort verbringen, wo er herstammte. Danach brachte ihn der Südtiroler Wünschewagen wieder zurück nach Bozen.<h3> Die Magd darf zurück zu „ihrem“ Hof </h3>Unvergessen bleibt für die Freiwilligen auch eine Magd, die im Altersheim fast nichts mehr sagte, dann aber, als sie auf ihren Bauernhof zurückdurfte, noch einmal aufblühte und wieder zu reden begann – zur Freude aller.<h3> 104-Jähriger verbringt letzten Lebenstag am Ritten</h3>Einen wunderschönen Tag haben die Freiwilligen auch einem 104-Jährigen beschert, der noch einmal auf den Ritten wollte. Er meinte zunächst, dass er nicht gerne fahre, weil er wisse, dass er bald sterben werde. Dann genoss er aber doch den gemeinsamen Tag. In der Nacht starb er dann. „Mir sind die Tränen gekommen, er war so herzlich“, erzählt Marialuise Kelderer.<BR /><BR />Wünsche am Ende des Lebens sind sehr individuell und haben konkrete biografische Gründe, berichtet Renate Rottensteiner, Leiterin der Caritas-Hospizbewegung. Extravagant seien sie fast nie. „Man wünscht sich nicht, nach Disneyland zu fahren“, sagt Rottensteiner. <BR /><BR />Insgesamt 62 Herzenswünsche wurden 2024 von 83 Freiwilligen erfüllt. Die weitesten Fahrten gingen nach Hamburg, in die Toskana und in die Schweiz. Meist stand aber ein Ort in Südtirol auf dem Wunschzettel – ein einfaches Wiedersehen mit Freunden und Verwandten, eine Rückkehr ins eigene Geburtshaus oder an einen lieb gewonnenen Ort wie einen See, eine Alm oder ein Grab von engen Familienmitgliedern.