Montag, 25. Mai 2020

Mit der Maske in die Schule?

Ein Meter Abstand zwischen den Schulbänken, Maskenpflicht für alle im Unterricht und Mensa nach Restaurantregeln – unter diesen Voraussetzungen könnte im Herbst der Schulbetrieb wieder losgehen. In Rom liegen nun erste konkrete Vorschläge vor. Das berichten die „Dolomiten“ am Montag.

Es könnte sein, dass die Schulen im Herbst wieder geöffnet werden und die Schüler Masken tragen müssen.
Badge Local
Es könnte sein, dass die Schulen im Herbst wieder geöffnet werden und die Schüler Masken tragen müssen. - Foto: © shutterstock
„Wir werden sicher unseren eigenen Weg gehen“, sagt Bildungslandesrat Philipp Achammer.

Seit über 2 Monaten sind die Schulen coronabedingt geschlossen. Wie es im Herbst an den Bildungseinrichtungen weitergehen soll, ist nach wie vor eine große Unbekannte. Nun scheint im Unterrichtsministerium endlich so etwas wie ein Arbeitspapier vorzuliegen.

Maskenpflicht für alle

Demnach sollten laut Tageszeitung „La Repubblica“ im Herbst nun doch alle Schüler in die Klassen zurückkehren. Bislang war stets die Rede von abwechselndem Frontal- und Fernunterricht.

Für die Rückkehr in die Schulbank ist vorgesehen, dass diese mindestens einen Meter voneinander getrennt stehen müssen. Zudem gilt von der ersten Klasse Grundschule bis zur Matura für die gesamte Zeit in der Schule Maskenpflicht für alle.

Einzig bei mündlichen Prüfungen dürfen die Schüler die Maske ablegen – vorausgesetzt, sie haben zum Lehrer einen Mindestabstand von 2 Metern. Vorgesehen wären Klassengrößen mit 10 bis 15 Schülern. Von der Pflicht, im Unterricht Handschuhe zu tragen, sieht man derzeit ab.



Was tun, wenn die Glocke läutet?

Klar geordnet ablaufen muss das Betreten und Verlassen der Schule, besteht dabei doch die höchste Infektionsgefahr. Was genau passieren soll, wenn die Schulglocke läutet, ist allerdings noch unklar. Möglich wäre ein gestaffelter Ein- und Austritt aus dem Schulgebäude.

Möglich sein soll ab Herbst nicht nur Unterricht im Klassenzimmer: Auch der Mensabetrieb für Schüler soll wieder aufgenommen werden. Hierfür sind derzeit die Regeln vorgesehen, wie sie für Restaurants gelten: also entweder mit dem nötigen Mindestabstand oder mit Plexi-Trennwänden.

Hierzulande betrachtet man diesen Entwurf aus Rom mit Vorsicht.

„Meldungen aus dem Ministerium mit Vorsicht genießen“

„Das Ministerium hat in den letzten Monaten eher für Verunsicherung als für Sicherheit gesorgt“, ärgert sich Landesrat Philipp Achammer. Er wünsche sich, dass Rom endlich einen Rahmen vorgibt. „Wie diese Vorgaben dann umgesetzt werden, wollen wir aber autonom entscheiden“, kündigt er einen „Südtiroler Weg“ auch in den Schulen an.

Prinzipiell wäre die von Rom genannte Klassengröße schon eine Variante, mit der man leben könnte, so Achammer. In Südtirol sei die Anzahl der Schüler pro Klasse nämlich eine andere als im restlichen Staatsgebiet.

„Vor allem im ländlichen Raum sollte es kein größeres Problem sein, Klassen auseinanderzuziehen“, so der Landesrat. Ganz anders in den Städten, in denen mehr Kinder pro Klasse sitzen und wo man sicher nach Lösungen suchen müsste. Es brauche wohl Lösungen, die von Schule zu Schule unterschiedlich sind, so Achammer. Denn in einer Zwergschule mit 10 bis 15 Schülern könne ein anderes Modell angewendet werden als etwa in einer Mittelschule, an der die Schülerzahl weit höher liegt oder an einer Oberschule.

„Unser Wunsch und unsere Hoffnung liegt auf einem 100-prozentigen Präsenzunterricht für alle“, sagt Achammer. Wie der im Konkreten ausschauen soll und wird, muss nun noch erarbeitet werden. Neben der räumlichen ist nämlich auch die Personalfrage zu klären. „Aber hier finden wir sicher Spielräume“, sagt Achammer.

📚 Heute kursieren in diversen italienischen Tageszeitungen wieder Spekulationen, wie das Schuljahr im Herbst aufgenommen...

Pubblicato da Philipp Achammer su Domenica 24 maggio 2020

em

Schlagwörter: