Bis Anfang August soll ein weiteres Herzkatheter-Labor fertiggestellt sein, das dringend benötigt wird. Axel Bauer, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie: „Wir können in den letzten Jahren eine zunehmende Fallzahl an Herzinfarkten beobachten. Die Prozedere zur Behandlung werden zeitgleich immer komplexer.“ Daher benötige man dringend mehr Kapazitäten für Eingriffe. Bauer hofft, dass das neue Labor auch „positive Auswirkungen auf die Wartezeit der Patienten“ hat.<BR />Innsbruck sei ein Herzzentrum mit hoher Expertise, sagt der stellvertretende Klinik-Direktor Christoph Brenner: „Wir können alle weltweit verfügbaren Verfahren in Innsbruck anwenden.“ Die Zukunft vieler Diagnosen sei digital.<h3> Bahnbrechende Entwicklung</h3>Daher wurde mit Clemens Dlaska auch ein Mediziner und Quantenphysiker auf den Lehrstuhl für Digitale Medizin in der Kardiologie berufen. Bauer: „Ich erwarte mir bahnbrechende Entwicklungen in dieser einzigartigen Synergie.“<BR />Dabei läuft bereits seit einem knappen Jahr ein digitales Großprojekt an der Kardiologie: Mit einem von der Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft mit 8 Millionen Euro geförderten Forschungsvorhaben will man eine App implementieren, die ein oft verborgenes Vorhofflimmern frühzeitig erkennt.<h3> Groß angelegter Test für App</h3>Dass die App funktioniert, wurde in einer kleinen Vorstudie bereits bewiesen. Zur Messung der notwendigen Parameter legt man lediglich den Finger auf den Sensor der Handy-Kamera. Nun will man die App perfektionieren und bei 40.000 Personen in ganz Österreich testen. Bauer: „Das ist ein kompletter Paradigmenwechsel. Die Menschen können die Diagnostik selbst in die Hand nehmen.“ Im Gegensatz zur industriellen Forschung sei dieses Projekt rein wissenschaftsgetrieben und ergebnisoffen. In 7 Jahren will man wissen, ob die Schlaganfälle, die durch dieses Vorhofflimmern ausgelöst werden, durch die Verwendung der App zurückgegangen sind.