Dienstag, 19. Januar 2016

Mit Flüchtlingen unterwegs: Lob für die Skischule Gossensaß

Gratis-Skikurs und Ungerechtigkeit: Was musste sich die Skischule Gossensaß nicht alles anhören in den vergangenen Tagen. Das vermeintliche Vergehen: Die Skischule hatte Flüchtlinge zu einem ersten Ausflug auf Skiern begleitet – kostenlos und freiwillig. Nach all der Polemik gibt’s nun Lob von hoher Stelle.

Einige Flüchtlinge hatten am Samstag die Möglichkeit an der Talstation Laduns Skier zu probieren. - Foto: Michael Tschöll
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Einige Flüchtlinge hatten am Samstag die Möglichkeit an der Talstation Laduns Skier zu probieren. - Foto: Michael Tschöll

Wie berichtet, hatten am Samstag 14 Flüchtlinge an der Talstation des Skigebiets Ladurns ein erstes Abenteuer auf Skiern gewagt. Die jungen, afrikanischen Männer sind derzeit im Aufnahmezentrum Wiesen/Pfitsch untergebracht.

Ski und restliches Material waren von Privaten zur Verfügung gestellt worden. Die Skilehrer, die die Männer begleitet hatten, hatten sich freiwillig gemeldet und wurden für den Ausflug nicht entlohnt.

Aufschrei im Netz

Doch das Foto des Skiausflugs sorgte für reichlich Wirbel im Netz: „Gratis-Skikurs“, meinten die einen, „eine ungerechte Vorgehensweise“, polterten die anderen. Ein Brixner Lega-Politiker wollte gar wissen, wer den angeblichen Kurs bezahlt hat.

August Seidner, Leiter der Skischule Gossensaß, hatte für die Kritik nur ein Kopfschütteln übrig: „Das war ein netter Ausflug und eine gute Aktion - und damit basta“, sagte er noch am Sonntag zu STOL.

VSS sieht Wiederholungsbedarf

Der Verband der Sportvereine Südtirols (VSS) sieht die Sachlage offenbar ähnlich: In einer Pressemitteilung am Dienstag spricht der VSS der Skischule Gossensass „seine volle Solidarität“ aus.

„Die Initiative der Skischule bzw. der Skilehrer, Menschen, die in unserem Land Zuflucht suchen und ein sicheres Zuhause, ein Sportangebot zu machen und ihnen dabei noch dazu eine reizvolle Landschaft zu zeigen, verdient Anerkennung und Wertschätzung“, heißt es in dem Schreiben. „Die einzig richtige Antwort auf die völlig unverständliche Kritik ist jene, sich mit dieser Skischule und ihren Lehrern zu solidarisieren und ähnliche Initiativen zu setzen.“

stol

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