Die Ermittler sind den Männern seit einigen Monaten auf der Spur. Im Zuge der Operation „Brace“, zu der auch Telefonabhörungen gehörten, sollen die Männer auch einige Male in Flagranti ertappt worden sein. In allen Fällen gelang ihnen aber die Flucht.Am gestrigen Donnerstag gelang es der Polizei schließlich, drei Männer zu verhaften: Dem 36-jährigen K.I., genannt „Brace“, dem 26-jährigen M.H., auch „Lani“ genannt, und dem 20-jährigen Z.S., genannt „Sulo“, wird die Gründung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt.Sie sollen Bars und Pubs in der Region aufgesucht haben und dort systematisch das Geld aus den Spielautomaten gestohlen haben. Die Tatorte befanden sich in Bozen, Meran-Sinich, Nals, Sarntal, St. Lorenzen, Naturns, Kastelruth, Kardaun, Leifers, Cavalese, Daiano und Pergine.Detail am Rande: Für ihre Diebstähle sollen sie immer gestohlenen Autos benutzt haben. Den Männern können laut Angaben der Polizei insgesamt 24 Vergehen nachgewiesen werden: zwölf Autodiebstähle und zwölf Einbrüche in öffentliche Lokale.Bar in Bozen war „Zentrale“Die Bande hatte sich eine ganz eigene Vorgehensweise zugelegt: Wie Fahndungsleiter Marco Sangiovanni am Freitag auf einer Pressekonferenz in Bozen betonte, seien sämtliche Pläne in einer Bozner Bar geschmiedet worden.„Es handelt sich um eine Bar in der Erbsengasse“, so Sangiovanni. Jeden Nachmittag sollen sich die Männer in der Bar, die K.I. gehört und deren einzige Gäste die Bandenmitglieder waren, getroffen und weitere Schritte geplant haben. In den späten Abend- und Nachtstunden sollen die Männer dann die Bars und Pubs aufgesucht haben, um wenig später, ausgerüstet mit Schraubenzieher, Brechstange und einer Stoffmaske, zuzuschlagen.Zuerst Lokalaugenschein, dann EinbruchWie Sangiovanni betonte, seien den Diebstählen stets Lokalaugenscheine vorausgegangen. Einige Tage vor dem geplanten Einbruch sollen sich die Männer jeweils mit ihren Privatautos aufgemacht haben, um die potentiellen Bars auszukundschaften. Dabei beobachteten sie, in welche Spielautomaten das meiste Kleingeld geworfen wurde und wie das Lokal am besten aufgebrochen werden konnte. Den eigentlichen Diebstahl übten die Männer laut Polizei dann mit gestohlenen Autos aus. Noch am selben Abend sollen sie die Gegend durchstreift und stets Autos, in denen der Zündschlüssel bereits steckte, gestohlen haben. „Sie bevorzugten Lieferwagen“, so der Fahndungsleiter, da darin die Spielautomaten, die in vielen Fällen mitgenommen wurden, leichter zu transportieren seien. Sobald das Diebesgut erbeutet und nach Bozen gebracht worden war, wurden die Autos wieder abgestellt.Zigtausend Münzen erbeutetEs wird davon ausgegangen, dass die Männer in jedem Spielautomaten mindestens 400 und maximal 4000 Euro in Münzen vorfanden. „Da die Männer immer drei bis vier Automaten erbeuteten, war der Verdienst an einem Abend ein beträchtlicher“, glaubt Sangiovanni.Das Geld sollen die Männer anschließend in verschiedenen Spielhallen gewechselt haben. Weitere VerdächtigeDas Besondere an dieser Bande sei, dass sie sich in Bozen niedergelassen und ihre Machenschaften systematisch durchgezogen hätten, betonte Fahndungsleiter Marco Sangiovanni.Man gehe von einer „nicht identifizierbaren Anzahl von Straftaten“ aus.Vor ihrer Verhaftung in Bozen sollen die Männer versucht haben, sich ins Ausland abzusetzen. Da Fluchtgefahr bestand, wurden die drei Männer in das Gefängnis überstellt. Die Ermittlungen dauern allerdings noch an: „Wir gehen davon aus, dass es noch weitere Mitglieder der Bande gibt. Wir werden deshalb an der Sache dran bleiben“, hieß es am Freitag auf der Pressekonferenz. ba