Unter Ernährungssouveränität versteht man das Recht der Völker auf gesunde, nachhaltige und kulturell angepasste Ernährung und das Recht der Produzenten, ihre Landwirtschaft selbst zu bestimmen, erklärte Verena Gschnell von der OEW (Organisation für Eine solidarische Welt) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.Mit den Weltläden, der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung Haslach, der Fachoberschule für Tourismus und Biotechnologie mit Landesschwerpunkt Ernährung „Marie Curie“ in Meran, Politis und mit Unterstützung des Landesamtes für Kabinettsangelegenheiten bildet die OEW das Koordinierungsteam des Projektes „MahlZeit“.Das globalisierte, industrielle Agrarsystem sei an seine Grenzen gestoßen, es werde für Bodenausnutzung, Waldrodung, Ressourcenverschwendung, soziale Ungerechtigkeiten, Landflucht und Dumpingpreise im Süden der Welt verantwortlich gemacht. „Nachhaltige, lokale und faire Ansätze können eine Lösung für globale Probleme sein“, betonte Gschnell. So seien auch in Südtirol lokale Kreisläufe, Netzwerke zwischen Bauern und Verbrauchern entstanden, alte Sorten und Gebräuche wurden wiederentdeckt, Projekte zur Wiederverwertung von Lebensmitteln, die im Müll gelandet sind, erregen Aufmerksamkeit.Damit Ernährungssouveränität, gerade anlässlich der Weltausstellung Expo in Mailand zu diesem Thema auch in Südtirol zum Alltagsthema wird und jeden erreicht, wurde das Projekt „MahlZeit“ initiiert. „Lebensmittel sind Mittel für das Leben, keine Waren, sondern ein Teil von uns und unserem ,guten Leben'. Diese Botschaft muss verbreitet werden“, sagte Gschnell.Mehr als 30 Partner schlossen sich „MahlZeit“ bereits an. „Es geht dabei darum, alle Initiativen zu vernetzen und zu stärken und gemeinsam neue Aktionen zu starte“, erklärte Monica Margoni von Politis. Einblick in die Aktionen gibt es auf der Internetseite www.mahlzeit.it, dort findet man auch die Kontaktdaten für jeden, der noch mitmachen will.Bereits mit dabei sind die Weltläden. Brigitte Gritsch erklärte, dass es beim fairen Handel darum gehe, den Bauern keine Monokultur aufzudrängen, sondern sie das anbauen zu lassen, das sie auch selbst brauchen. Veronika Seiwald von der FOS sagte, dass es Auftrag der Schule sei, zum Nachdenken über den eigenen Konsum anzuregen. Und Julia Verdorfer von der Fachschule in Haslach verwies auf die Weiterbildungen zum nachhaltigen Wirtschaften und Konsumieren und den Aktionstag am 29. April.__________________________________________________________________Weitere Informationen gibt’s im Internet.