Mittwoch, 09. März 2016

Mit Messer in Brust gefunden: Mann stand vor Scheidung

Ein 44-jähriger Slowake, der in der Nacht auf Dienstag in Innsbruck von Mitarbeitern einer Securityfirma mit einem Messer in der Brust auf offener Straße liegend gefunden worden war, hat sich die Stichverletzung offenbar selbst zugefügt.

Ein Slowake ist in der Nacht auf Dienstag in Innsbruck mit einem Messer in der Brust aufgefunden worden.
Ein Slowake ist in der Nacht auf Dienstag in Innsbruck mit einem Messer in der Brust aufgefunden worden. - Foto: © APA

Er habe die Absicht gehabt, aus dem Leben zu scheiden, berichtete das Landeskriminalamt nach einer Befragung des Mannes am Mittwoch.

Der Slowake habe sich das Küchenmesser eigenen Aussagen zufolge selbst in die Brust gerammt. An der Tat sei keine weitere Person beteiligt gewesen.

Vor der Tat greift er zum Telefon

Hintergrund des Selbstmordversuchs war offenbar die derzeit laufende Scheidung von seiner Frau. Der 44-Jährige erklärte laut LKA, dass er bereits in „suizidaler Absicht“ aus seiner Wohnung weggegangen sei, von dort das Messer mitgenommen habe und anschließend mit dem Zug nach Innsbruck gefahren sei. Nachdem er mit seiner Frau telefoniert hatte, habe er sein Handy weggeworfen und sich die Stichverletzung zugefügt.

Wollte Verurteilten für Tat angeheuert haben

Die Ehefrau sagte den Ermittlern in einer Einvernahme, dass sie gegen 20.30 Uhr einen Anruf von ihrem Mann erhalten habe, in dem dieser seinen Selbstmord angekündigt habe. Allerdings habe er ihr gegenüber erklärt, dass er dafür einen Tschechen angeheuert habe, der schon wegen Mordes zehn Jahre in Haft gesessen sei. Er würde dem Tschechen 100 Euro bezahlen, dass er ihn mit einem Messer töte.

Mann wird angezeigt

Als Grund habe der Slowake seiner Frau gegenüber mitgeteilt, dass er viele Fehler gemacht habe und nicht mehr leben wolle. Sie solle sich um den gemeinsamen Sohn kümmern.

Zu den Security-Mitarbeitern hatte der Schwerverletzte gesagt, dass es „ein Mann gewesen“ sei und deutete somit an, dass er von diesem niedergestochen worden war. Er wird wegen Vortäuschens einer mit einer gerichtlichen Strafe bedrohten Handlung der Staatsanwaltschaft angezeigt.

apa

stol