Michael Morocutti wohnt in der Goethestraße vis-à-vis vom Spital. „Los geht’s gegen 22 und 23 Uhr in der Andreas-Hofer-Straße. Dann geht es Vollgas zum Kreisverkehr an der Goethestraße, dort lässt man die Reifen durchschleifen, manchmal werden auch mehrere Runden um den Kreisverkehr gedreht, bevor es entweder Richtung Algund oder in die Stadt geht.<BR /><BR /> Jetzt im Sommer bei offenem Fenster ein Riesenkrach. Das Ganze dauert so zwischen einer halben und einer Stunde. Manchmal sind auch Autos darunter“, sagt Morocutti. Und das jedes Wochenende ab Freitagabend. „Ich rede nicht nur für mich, sondern für alle Leute, die arbeiten und nachts schlafen möchten. Zudem sollte wenigstens die Umgebung des Spitals eine Ruhezone sein“, so Morocutti.<BR /><BR />Beliebte „Rennstrecke“ ist auch die Karl-Wolf-Straße. „Es gibt Motorräder, die laut und gefährlich durch die Gegend rasen, vor allem entlang der Karl-Wolf-Straße und dann weiter in der Goethestraße. Wir haben dies bereits mehrfach in den Versammlungen mitgeteilt und der Stadtpolizei gemeldet. Das hat nicht ausgereicht. Wir wissen sehr wohl, dass alles Mögliche getan wird, doch leider besteht das Problem weiterhin und die Situation hat sich kaum verbessert. Es müssen überraschende Kontrollpunkte an Stellen eingerichtet werden, die von weitem nicht sichtbar sind, sonst nützt das Ganze nichts“, meint Tiziano Rosani, Präsident des Musikerviertel-Komitees. „Das geht seit dem Frühjahr so, es sind meist so zwei, drei Motorräder. Die sind bis zu uns in die Verdistraße zu hören“, sagt Hotelier Rudi Defranceschi.<BR /><BR />Aber nicht nur im Musikerviertel sind diese Motorradrowdys unterwegs, sondern auch im Rennweg, in der unteren Freiheitsstraße, in der IV. November-Straße, in der Kasernen- und in der Schennastraße in Obermais. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1351602_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Bürgermeisterin Katharina Zeller erreichen auch Hinweise aus der Bevölkerung, die sie umgehend an die Stadtpolizei weiterleitet. „Wir werden morgen (am heutigen Mittwoch, Anm. d. Red.) dieses Problem bei einem Treffen mit Staatspolizei und Carabinieri ansprechen“, so Zeller. Sie hofft auch, dass mit der Öffnung des Küchelbergtunnels und der einhergehenden Verkehrsberuhigung in der Stadt die Situation verbessert werden könne.<BR /><BR />Mit diesem Problem habe die Stadt seit zehn Jahren zu kämpfen – immer im Frühjahr und Sommer, schickt Alessandro De Paoli, Kommandant der Meraner Stadtpolizei, voraus. Aber er räumt auch ein, dass die Hinweise der Bevölkerung im Juli und August zugenommen hätten.<BR /><BR /> „Die Kontrollen wurden intensiviert, die Hinweise haben sich bestätigt. Anrainer sollten sich die Kennzeichen merken, dann können wir gezielter kontrollieren“, sagt De Paoli. Es handle sich um Minderjährige mit 125er-Maschinen. Elf wurden zu einer außerordentlichen Revision geschickt. „Dann passiert es, dass eine Mutter sich bei uns beschwert, weil wir ihren Sohn zweimal mit dem Motorrad zur Revision geschickt haben und dies viel koste“, so De Paoli. Es komme auch vor, dass Jugendliche den manipulierten Auspuff abmontieren und mit dem regelkonformen zur technischen Überprüfung fahren.<BR /><BR /> Seit Jahresbeginn habe die Stadtpolizei 317 Kontrollposten eingerichtet, zudem 50 Kontrollen auf Nachfrage durchgeführt – unter anderem auch mit einem Fahrzeug in Zivil. „Es wurden 314 Strafen verhängt“, so De Paoli. Alleine sei dem Phänomen nicht beizukommen, daher werde man mit Staatspolizei und Carabinieri reden.