In Neumarkt mit dabei war auch Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner, der das Thema des Abends folgendermaßen auf den Punkt brachte: „Demenz ist nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung, die Betroffene und ihre Familien täglich fordert. Unser Ziel ist es, durch Information, frühzeitige Diagnose und ein starkes Netz an Betreuung die Lebensqualität der Menschen nachhaltig zu verbessern und sie im Alltag bestmöglich zu begleiten. Veranstaltungen wie das Forum Gesundheit Südtirol leisten dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie Wissen vermitteln und Orientierung bieten.“<BR /><BR />Gut informiert zu sein ist entscheidend, um demenziellen Erkrankungen mit Aufmerksamkeit, Kompetenz und Menschlichkeit zu begegnen. Nur so können sie möglichst früh erkannt, richtig diagnostiziert und bestmöglich behandelt werden, sind die Experten überzeugt. Und genau hier setzte der Informationsabend an. Dr.in Francesca Lubian betonte, dass Demenz ein multidisziplinäres Thema sei. „Es ist ein Oberbegriff, um einen fortschreitenden und anhaltenden Rückgang der kognitiven Fähigkeiten zu beschreiben“, so die Primaria der Geriatrie in Bozen.<BR /><BR />Laut der Beobachtungsstelle für Gesundheit leben in Südtirol knapp über 5000 Personen mit Demenz, zwei Drittel davon sind Frauen. Jährlich kommen etwa 1200 Neuerkrankungen hinzu. Gleichzeitig versterben rund 1000 Betroffene an den Folgen dieser Krankheit.<BR /><BR />Bei der Diagnose spielt mittlerweile die Nuklearmedizin eine wichtige Rolle. Wie Dr. Alessandro Spimpolo erklärte, kann die Diagnose kognitiver Störungen antizipiert und verbessert werden, bevor die Veränderungen bemerkbar sind. „Wir können die Angehörigen mit Präzision, Schnelligkeit und Würde unterstützen“, beschreibt Spimpolo die Rolle der Nuklearmedizin. Die Memory Clinic in Bozen ist eine wichtige Anlaufstelle, wenn es um die Diagnose der Krankheit geht. Maria Improta, Koordinatorin der Einrichtung, schilderte den Ablauf einer Visite und die multidisziplinäre Zusammenarbeit. <BR /><BR />Hochrechnungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Demenzerkrankungen bis 2050 verdreifachen wird. Dr.in Ingrid Ruffini, Primaria der Geriatrie am Krankenhaus Meran, schloss den Vortragsabend mit einer guten Nachricht, denn „fast die Hälfte der Demenzfälle ist potenziell vermeidbar“. Es könnten zwar nicht alle Demenzerkrankungen verhindert, aber das Risiko könne deutlich reduziert werden. Ruffini gab zehn praktische Empfehlungen für einen gesunden Lebensstil, der helfe, das Risiko für Demenz zu senken. „Zusammengefasst würde ich sagen, ein gesundes Herz, ein aktives Gehirn und ein soziales Leben sind die beste Demenzprävention“.<BR /><BR />In der Diskussion am runden Tisch wurde betont, dass Demenz weit mehr als eine medizinische Diagnose sei, sie stellt auch eine große soziale Herausforderung dar. Hinter allen Erkrankten stehen Menschen, Familien und Angehörige, die oft über Jahre hinweg selbst Betreuung und Pflege übernehmen. Die Botschaft des Abends richtet sich daher genau an diese Menschen, die Enormes leisten und Unterstützung, Anerkennung sowie konkrete Hilfsangebote verdienen.