Freitag, 6. Mai 2022

Miteinander der Sprachgruppen in der Kirche: Südtiroler zu Besuch in Kärnten

Die Mehrsprachigkeit ist ein Thema, das alle Bereiche des Glaubenslebens berührt: sowohl in der Diözese Bozen-Brixen als auch in der Diözese Gurk-Klagenfurt. Seit Jahren stehen die beiden Ortskirchen deshalb im Austausch über die Zusammenarbeit der Sprachgruppen in den Pfarreien und in der Diözese.

: Gruppenbild der Südtiroler Delegation mit Bischof Josef Marketz (Fünfter von rechts) und Mitarbeitern der slowenischen Abteilung des Seelsorgeamtes der Diözese Gurk-Klagenfurt. - Foto: © Diözese Bozen - Brixen

Eine von Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz angeführte Delegation war vor kurzem in Kärnten und ist u.a. mit Bischof Josef Marketz sowie der slowenischen Abteilung des Seelsorgeamtes zusammengetroffen und hat mehrere zweisprachige Pfarreien besucht. „Wir haben vor Ort das wie selbstverständlich gelebte Miteinander in den Pfarrgemeinderäten erlebt. Hier gibt es in Südtirol noch viel Potenzial“, sagt Seelsorgeamtsleiter Demetz.

Wie hat die pastorale Tätigkeit in mehrsprachigen Pfarreien auszusehen? Wie sollen Gottesdienste und Andachten gestaltet werden, damit sie den Ansprüchen von verschiedenen Sprachen und Kulturen gerecht werden? Das sind Fragen, die immer öfter in vielen Pfarreien unserer Diözese und besonders dort vorkommen, wo Menschen deutscher, italienischer oder ladinischer Muttersprache aufeinandertreffen.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, wurde ausgehend von der Diözesansynode eine Arbeitsgruppe gegründet, die daran arbeitet, das Miteinander der Sprachgruppen in der Kirche zu stärken.

Besuch nachgeholt

Schon 2019 hat eine Delegation aus Kärnten die Diözese Bozen-Brixen besucht, um gemeinsame Anliegen im Bereich Zwei- und Mehrsprachigkeit anzugehen. 2020 sollte eine Gruppe aus der Diözese Bozen-Brixen die Diözese Gurk-Klagenfurt besuchen, musste dieses Vorhaben aber wegen der Corona-Pandemie verschieben.

Nun konnte der Besuch stattfinden und eine Delegation bestehend aus Carmen Seebacher (Pfarre Christ König/Bozen) Fabio Righetti (Pfarre St. Jakob/Bozen), Giuseppe Ganarini (Diözesanreferent für Pfarreien), Reinhard Demetz (Seelsorgeamtsleiter), Benedetta Michelini (diözesanes Bildungshaus Cusanus Akademie bzw. diözesanes Amt für Schule und Katechese) sowie Günther Rautz (Institut für Minderheitenrechte, Eurac) traf in Kärnten Bischof Josef Marketz sowie eine Vertretung der slowenischen Abteilung des Seelsorgeamtes der Diözese Gurk-Klagenfurt und besuchte die zweisprachigen Pfarreien Bleiburg/Pliberk, Feistritz a.d.Gail/Bistrica na Zilji, Ludmannsdorf/Bilčovs und Ebriach/Obirsko sowie das diözesane Bildungshaus Sodalitas in Tainach/Tinje.

„Hier haben wir in Südtirol noch viel Luft nach oben“

Bischof Marketz, selbst Kärntner Slowene, sagte beim Austausch mit der Südtiroler Delegation, dass das Miteinander Toleranz erfordere. Entscheidend sei, dass junge Menschen unabhängig von Muttersprache und Volksgruppe sich frei entwickeln können und Zukunftsperspektiven haben. Die Achtung der Würde eines jeden Einzelnen und die gegenseitige Rücksichtnahme seien dabei die wichtigsten Elemente des Miteinanders.

Für Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz ist im Vergleich zu Südtirol in Kärnten der Minderheitenschutz für die slowenische Sprachgruppe noch immer die große Herausforderung. „In Kärnten steckt der Minderheitenschutz in den Kinderschuhen. Wo wir aber lernen können und in Kärnten vorbildliche Beispiele erlebt haben, ist das selbstverständlich gelebte Miteinander in den Pfarrgemeinderäten, bei den liturgischen Feiern und im pfarrlichen Leben allgemein. Hier haben wir in Südtirol noch viel Luft nach oben“, so Demetz abschließend.

stol

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