Donnerstag, 03. November 2016

Mittelitalien: Wieder Nacht der Angst mit schweren Nachbeben

Die Bewohner Mittelitaliens haben neuerlich eine Nacht voller Angst erlebt. Ein Nachbeben Donnerstag früh erreichte nach Angaben italienischer Medien eine Stärke von 4.8.

Die Erdbeben in Mittelitalien halten weiter an, dennoch weigern sich viele Bewohner, ihre Heimat zu verlassen.
Die Erdbeben in Mittelitalien halten weiter an, dennoch weigern sich viele Bewohner, ihre Heimat zu verlassen. - Foto: © LaPresse

Das Zentrum des Erdbebens lag in der Provinz Macerata. Tausende, die die Nacht in Notunterkünften verbrachten, wurden geweckt. Zunächst lagen keine Berichte über größere Schäden vor, so der Zivilschutz.

7000 Menschen zogen an die Adria

Die Lage der Obdachlosen wird auch durch eine Schlechtwetter-Front in der Region erschwert. 7.000 Menschen zogen in leere Hotels an der Adria, die zur Verfügung gestellt wurden. Viele andere wollen jedoch ihre Gemeinden nicht verlassen.

Der italienische Präsident, Sergio Mattarella, hatte am Mittwochnachmittag die vom Erdbeben zerstörte Gemeinde Norcia in Umbrien besucht. Er drückte den Bewohnern der Kleinstadt sein Mitgefühl aus und versprach einen raschen Wiederaufbau.

Erdboden um bis zu 70 Zentimeter abgesenkt

Die schweren Beben haben die Erdoberfläche auf 1.100 Quadratkilometern deformiert, was aus einer Auswertung von Satellitenbildern hervorgeht. Am äußersten Rand des Bereichs habe sich der Erdboden um rund drei Zentimeter abgesenkt, im Inneren – in der Gegend um das Dorf Castelluccio bei Norcia – um bis zu 70 Zentimeter.

Seit dem verheerenden Erdstoß am Sonntag, der schwere Schäden anrichtete, haben mehr als 1.100 Nachbeben die ohnehin schon verwüstete Region erschüttert. Fast 20 davon hatten eine Stärke von über 4, teilte die nationale Erdbebenwarte INGV mit.

apa

stol