Schlaflose Nächte, Angst vor dem Läuten der Schulglocke: Ein 8-jähriges Mädchen soll an einer Bozner Grundschule schlimmem Mobbing ausgesetzt gewesen sein. Am 7. November schließlich eskalierte die Situation: Das Mädchen von den 3 gleichaltrigen Mädchen mit Tritten und Schlägen attackiert worden sein. In der Notaufnahme wurden Gesichts- und Kopfverletzungen, Schürfwunden am Hals und Prellungen an den Knien diagnostiziert ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mobbing-vorwuerfe-an-bozner-schule-8-jaehrige-von-mitschuelerinnen-attackiert" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wir haben berichtet</a>).<BR /><BR />Mit diesem Fall befasst sich nun die Staatsanwaltschaft für Minderjährige. Die Ermittlungen wurden nach der Anzeige der Eltern des Opfers eingeleitet, die über ihren Anwalt Nicola Nettis weitere Details bekannt machten. <h3> „Wir wurden nicht umgehend informiert“</h3>So berichten die Eltern laut der Tageszeitung „Alto Adige“, erst um 15:45 Uhr – als sie ihre Tochter von der Schule abholten – von dem Vorfall erfahren zu haben, obwohl sich die Attacke bereits um 13:40 Uhr ereignet hatte. Das Mädchen erzählte ihrer Mutter, dass sie während der Pause zwischen Mittagessen und Nachmittagsaktivitäten „von 3 Mitschülerinnen getreten und geschlagen“ worden sei.<BR /><BR />Die Eltern erklären, „in der Zwischenzeit keinen Anruf von der Schule erhalten“ zu haben. Ihre Tochter sei über 2 Stunden lang mit sichtbaren Verletzungen und blauen Flecken im Klassenzimmer gesessen. Erst am späten Nachmittag suchte die Mutter einen Hausarzt auf, der das Mädchen ins Krankenhaus überwies. Dort wurde sie nach der Behandlung mit einer Prognose von 20 Tagen entlassen.<h3>Viele Aspekte offen</h3>Viele Aspekte des Vorfalls sind weiterhin unklar. Die Rolle der Lehrkräfte etwa an jenem Tag bleibt zu klären. Laut den Eltern der Geschädigten hätten sich die Schülerinnen zum Zeitpunkt des Angriffs in einem nicht überwachten Bereich aufgehalten, der zwar Teil des Schulgeländes sei, dessen Zugang den Schülern jedoch während der Pause verboten sei. <BR /><BR />Die Schule hat bisher keine Stellungnahme abgegeben, aber das Anti-Mobbing-Protokoll aktiviert. Laut „Alto Adige“ habe die Schulleitung die betroffenen Eltern zu einem Gespräch mit der Schulpsychologin eingeladen. Außerdem seien sowohl der Schulrat als auch die Klassenkonferenz zusammengekommen, um erste Maßnahmen zu besprechen und den Vorfall zu rekonstruieren.<BR /><BR />„Ich verfolge die Angelegenheit täglich“, erklärte der Bildungsstadtrat Marco Galateo gegenüber der Tageszeitung. „Zusammen mit der Schule und den Eltern arbeiten wir daran. Der Vorfall ist schwerwiegend und wird von uns klar verurteilt. Es wurden jedoch alle internen Maßnahmen ergriffen. Nun wird der Fall vor Gericht verhandelt.“