Mittwoch, 4. Mai 2022

Mode- und Bekleidungsbranche: Der Hilferuf

Die Zahlen sprechen für sich: Die Mode- und Bekleidungsbranche im Südtiroler Einzelhandel verzeichnet in Südtirols Dörfern im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 ein Umsatzminus von rund 30 Prozent, während das Minus im städtischen Bereich 15 bis 20 Prozent erreicht.

Die Geschäfte im Kleidungssektor kämpfen mit Schwierigkeiten. - Foto: © shutterstock

„Die Betriebe in diesen Sektoren kämpfen seit Monaten mit großen Schwierigkeiten“, resümiert Philipp Moser, der Präsident des Wirtschaftsverbandes hds, die aktuelle Situation.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. „Das Kaufverhalten hat sich in den vergangenen zwei Jahren stark verändert. Die lokalen Konsumenten brechen weg, sie suchen nicht mehr wie bisher diese Geschäfte in unseren Orten auf, kaufen weniger ein oder verlagern ihre Einkäufe im Netz auf den großen Onlineplattformen“, erklärt Moser. Zudem habe die Kundenschicht der Gäste und Touristen für einen längeren Zeitraum gefehlt, und auch ihr Konsumverhalten habe sich geändert.

Vor allem der Sportartikelbereich hat quer durch mit relevanten Lieferengpässen zu kämpfen.
Philipp Moser, der Präsident des Wirtschaftsverbandes hds


Eine weitere Problematik, die sich zur Pandemie dazugesellt hat, ist die massive Steigerung der Rohstoff- und Energiepreise. „Und vor allem der Sportartikelbereich hat quer durch mit relevanten Lieferengpässen zu kämpfen. Bestimmte Waren sind einfach nicht mehr lieferbar“, unterstreicht der hds-Präsident.

Was tun? „Entscheidend sind zwei Dinge: Zum einen müssen die Betriebe selbst in Digitalisierung investieren, um am Markt präsent zu sein und einfach gefunden zu werden. Zum andern ist in Orts- und Stadtentwicklung zu investieren“, so Moser. Trotz aller Digitalisierung leben Südtirols Dörfer und Städte von ihrer Attraktivität, Lebendigkeit und den Frequenzen der Menschen, die sich darin bewegen und aufhalten.

Gefahr Inflation

Eine abschließende Forderung des Wirtschaftsverbandes geht auch an die Politik: „Diese muss alles unternehmen, um die derzeitige Inflation zu senken – mit dem Ziel die Kaufkraft wieder zu stärken. Sonst wird das Problem zu einer großen Gefahr für uns alle“, unterstreicht der Präsident des hds.

stol

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