Samstag, 07. November 2020

Moderne Technik: Mit Landes-Drohne zu mehr Sicherheit

Wolf und Bär können nun ganz ungefährlich aus der Luft beobachtet werden. Möglich macht das die landeseigene Drohne, die seit Ende Oktober einsatzbereit ist. Über 34.000 Euro hat sich das Land diese technische Aufrüstung kosten lassen, wie Landesrat Arnold Schuler auf Landtagsanfrage von Ulli Mair (Freiheitliche) wissen lässt.

Das Land setzt auf Überwachung aus der Luft.
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Das Land setzt auf Überwachung aus der Luft. - Foto: © APA / ROLAND SCHLAGER
Seit Ende Oktober ist der Fuhrpark des Landes um eine Gerätschaft reicher. Zum Einsatz kommt das Gerät aber nicht etwa auf der Straße, sondern in der Luft. Das Land hat nämlich einen Multikopter vom Typ Soleon Coanda X6 angekauft. Die mit einer Kamera und einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne wurde der Abteilung Forstwirtschaft zugeteilt. „Die entsprechende Tätigkeit ist mit Ende Oktober gestartet und ist für alle Ämter der Abteilung Forstwirtschaft vorgesehen“, so Landesrat Schuler.

Mit stolzen 34.196 Euro kostete das Fluggerät samt Kameras, Software und Zulassung durch die Luftfahrtbehörde ENAC zwar so viel wie ein Mittelklassewagen, doch die Einsatzmöglichkeiten sind um ein Vielfaches größer, wie der Landesrat in seiner Antwort an Ulli Mair erklärt. Demnach soll die Drohne bei Einsätzen der öffentlichen Sicherheit aufsteigen. „Vor allem bei der Überwachung von Großraubtieren, besonders in kritischen Situationen“, so Schuler. Etwa wenn ein Wolf oder Bär per Narkose ruhig gestellt werden, zur Nachkontrolle nach einer Narkose, aber auch in Situationen, in denen ein Tier oder ein Mensch angegriffen oder verletzt worden seien.

Zum Einsatz kommen soll die Drohne aber auch in mehreren Bereichen, die den Zivilschutz betreffen. So soll das Gerät etwa zur Vorbeugung von Waldbränden dienen, aber auch unterstützend bei Löschaktionen im Falle eines Waldbrandes. „Auch zur Dokumentation von Mur- und Lawinenereignissen oder von Waldschäden bei Sturm oder Schneedruck soll die Drohne zum Einsatz kommen“, so Schuler. Dadurch könne vermieden werden, dass sich Geologen oder Forstbeamte beim Lokalaugenschein selbst in Gefahr begeben müssen. „Gerade in Zeiten zunehmender Umweltkatastrophen ist die Beobachtung der Naturvorgänge durch Drohnen wesentlich, um dem Sicherheitsbedürfnis der Südtiroler zu entsprechen und Gefahren frühzeitig und rasch zu erkennen“, ist Ulli Mair überzeugt.

Insgesamt 9 Landesbeamte wurden für den Einsatz mit der Drohne ausgebildet und sind nun im Besitz des von der ENAC geforderten Drohnenführerscheins. „Die Gesamtkosten für die Ausbildung der Piloten betrugen 2440 Euro“, so Schuler. Und auch für die Drohne selbst ist es mit den Anschaffungskosten von über 34.000 Euro allein nicht getan. Die Versicherung für eventuelle Schäden am Gerät und Rechtsschutz kostet noch einmal 3075 Euro pro Jahr. Dafür sorgt die Abteilung Forstwirtschaft für die ordentliche Instandhaltung, und auch kleinere Reparaturen will man selbst durchführen.

em

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