<b>„Dolomiten“: Herr Saurer, aus Solidarität mit Ihren Kameraden aus Nord- und Osttirol sowie aus Bayern haben Sie Ihren Säbel in St. Martin abgelegt und dann in Südtirol zurückgelassen, bis alle mit ihren Waffen in Italien einreisen dürfen: Hat der Schützenkommandant des Bundeslandes Tirol nun keinen Säbel mehr?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Thomas Saurer: Der Säbel, den ich am Sonntag abgelegt und zurückgelassen habe, ist ein auf mich registrierter Südtiroler Säbel, den ich schon seit einigen Jahren besitze. Ich habe ihn angeschafft, weil ich mit meinem Säbel, den ich bei mir daheim trage, in Italien ja nicht einreisen darf. Mein Südtiroler Säbel wird nun so lange in der Kanzlei des Schützenbundes in Bozen bleiben, bis wir alle mit unseren historischen Waffen einreisen dürfen. In der Zwischenzeit trete ich in Süd- und Welschtirol ohne Säbel auf. Bei mir daheim bin ich natürlich nicht ohne Säbel unterwegs. <BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>„D“: Warum dürfen die Nord- und Osttiroler sowie die bayerischen Schützen nicht mit ihren Waffen in Italien einreisen?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Saurer: Es gibt eine EU-Waffenrichtlinie, die von jedem Land noch strenger gehandhabt werden kann. Und Italien hat diese Richtlinie verschärft, weshalb wir mit unseren Säbeln und Gewehren nicht einreisen dürfen. Unsere Waffen sind registrierte, historische Waffen. Wenn beispielsweise unsere Kompanien zum Oktoberfestumzug nach Bayern fahren, dürfen sie ihre Waffen mitnehmen, brauchen dafür aber den europäischen Waffenpass. Und so sollte es auch funktionieren, wenn sie in Süd- oder Welschtirol einreisen möchten, um mit ihren Waffen aufzutreten und um bei Bedarf auch eine Ehrensalve abzuschießen. Schließlich leben wir alle in der EU. <BR /><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><b>„D“: Stimmt es, dass mit den Gewehren der Schützen Ihres Bundes auch scharf geschossen werden könnte?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Saurer: Die Gewehre, die wir verwenden, wären noch funktionstüchtig. Wir könnten damit scharf schießen. Wir verwenden sie aber nicht einmal mehr für historische Schießwettkämpfe, sondern ausschließlich für Ehrensalven, für die immer nur Platzpatronen zur Anwendung kommen. <BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz><BR /><b>„D“: Und was ist mit den Säbeln?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Saurer: Die Südtiroler Schützensäbel sind stumpf. Sie haben keine Schneide, und sie sind abgerundet und nicht spitz. Unsere Säbel haben eine Spitze und auch eine Klinge. Die Klingen sind vielfach stumpf. Wir tragen repräsentative Waffen. Das darf man nicht vergessen. Wir möchten in Italien nicht scharf schießen, wir möchten nur mit unseren Waffen auftreten, auch als Symbol der erlangten Freiheit und der Wehrhaftigkeit. Wenn wir die Gewehre verwenden, dann für eine Ehrensalve. Und das Abfeuern einer solchen Salve ist ein Friedenssymbol. Ich werde nicht müde, das den Leuten zu erklären. <BR /><BR /><b><KeinAbsatz></KeinAbsatz>„D“: Am Sonntag haben Sie versprochen, sich einzusetzen, dass die Nord- und Osttiroler sowie die Bayern künftig mit ihren Waffen einreisen können...</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Saurer: Am Sonntag habe ich geredet und am Montag schon gehandelt. Nicht ich als Landeskommandant, sondern die Bundesleitung hat einen Brief geschrieben und ihn bereits versandt. Er richtet sich an Günther Platter, den Präsidenten der Arge Alp, und an Euregio-Präsident Maurizio Fugatti. Und auch auf der Ebene der Republik Österreich haben wir die entsprechenden Stellen, sprich Innen- und Außenministerium, Nationalrat und Bundespräsident, ersucht, dieses große Problem zu lösen. Direkt an Italien wenden wir uns nicht, das überlassen wir den zuständigen Stellen. Wir werden aber wirklich jede Möglichkeit nutzen, um dieses Problem zu thematisieren. Und ich werde lästig sein. Das kann ich versprechen, ich werde Druck ausüben.