Dienstag, 28. Januar 2020

Erinnerung des Unfalllenkers von Luttach ist zurückgekehrt

3 Wochen nach dem schrecklichen Verkehrsunfall in Luttach, bei dem 7 junge Urlauber getötet und 10 teils schwer verletzt wurden, ist die Erinnerung mit voller Wucht zurückgekehrt.

Die Unfallstelle in Luttach.
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Die Unfallstelle in Luttach. - Foto: © DLife

Zum ersten Mal konnte der Unfalllenker Stefan Lechner jetzt schildern, wie er den fatalen Moment erlebt hat, als sein Auto die Fußgänger erfasst hat. Wo sich diese genau befanden, als sie die Straße überquert haben, wird ein wichtiger Punkt sein, den der Gutachter der Verteidigung abklären soll.

Wie berichtet, wird U-Richter Emilio Schönsberg in Kürze im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens, das die Staatsanwaltschaft beantragt hat, einen Amtssachverständigen ernennen und ihn mit der Rekonstruktion des Unfalls betrauen.

Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Abklärung der Geschwindigkeit liegen, mit der Lechners Audi TT unterwegs war. Aufgrund der Heftigkeit des Aufpralls und den verheerenden Folgen gehen die Ermittler vorerst davon aus, dass sich Lechner nicht an das vorgeschriebene Tempo von 50 Stundenkilometern gehalten haben dürfte.

Sowohl die geschädigten Parteien – die Hinterbliebenen der Todesopfer und die Verletzten, die sich als Nebenkläger einlassen –, als auch Stefan Lechners Verteidigung werden einen Gutachter ernennen.

Mitverantwortung der Fußgänger muss geklärt werden

Letzterer dürfte sein Augenmerk auf einen Aspekt richten, der sich letztendlich auf die Berechnung des Strafmaßes auswirken könnte – nämlich, ob es eine mögliche Mitverantwortung der Fußgänger gegeben haben könnte. Dies könnte beispielsweise der Fall sein, falls einer oder mehrere Urlauber die Straße abseits des Zebrastreifens überquert haben sollten.

Gewissheiten gibt es dazu aber nicht. Aufgrund von Stefan Lechners erst kürzlich zurückgekehrter Erinnerung möchten seine Verteidiger Alberto Valenti und Alessandro Tonon allerdings besonders diesen Punkt genau abgeklärt haben.

Lechner befindet sich weiter in U-Haft im Bozner Gefängnis. Er soll immer wieder in Tränen ausbrechen, seine psychische Verfassung sei seinen Anwälten zufolge unverändert prekär.

rc