Dienstag, 16. Mai 2017

Mörder des Bozners flüchtete womöglich im Taxi

Der Mord am 34-jährigen Stefan Unterweger aus Sigmundskron beschert der Berliner Polizei mehrere offene Fragen. Tatsache ist, dass der Südtiroler am frühen Sonntagmorgen im Volkspark Friedrichshain in Berlin sterbend mit mehreren Stichverletzungen im Oberkörper aufgefunden worden ist. Im "Dolomiten"-Interview sagt Unterwegers Schwester Ilona, "Stefan war im falschen Moment am falschen Ort".

Der Mörder von Stefan Unterweger könnte sich laut Polizei im Taxi vom Tatort im Volkspark Friedrichshain entfernt haben.
Badge Local
Der Mörder von Stefan Unterweger könnte sich laut Polizei im Taxi vom Tatort im Volkspark Friedrichshain entfernt haben.

Die Polizei geht davon aus, dass der 34-jährige Bozner am Sonntag zwischen 2 Uhr und 5 Uhr im Volkspark Friedrichshain angegriffen und getötet worden ist – im Bereich des kleinen Bunkerberges. Ein Tatmotiv ist für die Ermittler derzeit noch nicht ersichtlich. Die Polizei sucht nach Zeugen. Der Mörder könnte im Taxi geflüchtet sein. Daher bittet die Polizei auch Taxifahrer um Mithilfe.

Die Obduktion ergab, dass Stefan Unterweger durch mehrere Stiche in den Oberkörper tödlich verletzt wurde. Ein tiefer Stich hatte die Lunge des 34-Jährigen getroffen. Zur Tatwaffe kann die Polizei noch keine genauen Angaben machen.

Unterweger kehrt von Spaziergang nicht zurück

Die Berliner Zeitung „B.Z.“ hat mit Mathias (39), dem Mitbewohner von Stefan Unterweger, gesprochen und zitiert ihn wie folgt: „Wir haben zusammen den Eurovision Song Contest geguckt, er wollte dann noch mal frische Luft schnappen, um den Block gehen.“

Gegen 2 Uhr sei das gewesen, er sei dann gegen 4 Uhr schlafen gegangen, habe sich erstmal nichts dabei gedacht, da sein Mitbewohner öfters mal ausgedehnte Spaziergänge gemacht habe. Als er gegen 7 Uhr aufwachte, sei Unterweger immer noch nicht zurück gewesen. „Da habe ich mir Sorgen gemacht“, erzählt der 39-Jährige der „B.Z.“. „Ich habe versucht, ihn anzurufen, habe ihm geschrieben. Er antwortete nicht“, sagt Mathias. Er sei deshalb mit dem Fahrrad losgefahren, um Unterweger zu suchen. Gegen 7.30 Uhr habe er die Polizisten im Park gesehen. Er sei dann von den Beamten vernommen worden.

"Mein Bruder hatte keine Feinde"

Ilona Unterweger, die Schwester des ermordeten Informatik-Studenten, beschreibt ihren jüngeren Bruder in einem ausführlichen Interview in der Dienstag-Ausgabe "Dolomiten" und meint darin: „Mein Bruder Stefan wurde weder bedroht noch hatte er in Berlin Feinde oder Streit.“ Sie glaubt, dass Stefan schlicht das Pech hatte, „im falschen Moment am falschen Ort zu sein“.

stol

Mehr Informationen und Hintergründe zur Bluttat in Berlin lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol