Gefährdet seien nicht so sehr die von den Erdbeben in Mai bereits betroffenen Gemeinden in der Provinz Modena, sondern der Raum zwischen der Stadt Ferrara und der Ortschaft Finale Emilia, hieß es. Der Alarm der Regierung basiert auf einem Dokument einer Expertenkommission. Diese hob jedoch hervor, dass es keine wissenschaftlich fundierte Methode für die kurzfristige Vorhersage von Erdbeben gebe.„Die Regierung wird aufgrund der Hinweise der Kommission Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung ergreifen. Zugleich werden wir Initiativen zum Wiederaufbau der von den Erdbeben im Mai betroffenen Region in die Wege leiten, was einen außerordentlichen Einsatz in punkto Ressourcen, Kompetenzen und Mitteln erfordern wird“, betonte Italiens Premier Mario Monti. Er hob hervor, dass man Erdbeben nicht vorhersehen könne. „Aufgrund des Expertenberichts haben wir jedoch eine Verschärfung der Vorbeugungsmaßnahmen beschlossen“, betonte Monti. Seine Regierung habe bereits eine Milliarde Euro für den Wiederaufbau locker gemacht.Der Bürgermeister der Stadt Ferrara, Tiziano Tagliani, erklärte, dass in der Stadt weitere Kontrollen angeordnet worden seien, um die Sicherheit der Gebäuden zu überprüfen. „Wir dürfen uns nicht erschrecken lassen“, meinte Tagliani.Inzwischen kommt die Erde in Norditalien nicht zur Ruhe. Ein Erdbeben der Stärke 4,5 hat sich in der Nacht auf Samstag in Italien im Raum Udine ereignet, wie der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Samstag früh meldete. Das Beben ereignete sich um 4.04 Uhr und war auch in der Dolomiten-Provinz Belluno sowie unweit der friulanischen Stadt Pordenone und vereinzelt auch in Österreich zu spüren. Dabei kam es zu keinen Sachschäden. apa