Der Fall Anguillara lässt Italien nicht los. Claudio Carlomagno hat gestanden, Federica Torzullo am frühen Morgen des 9. Januars mit 23 Messerstichen getötet zu haben. Doch während das Geständnis vorliegt, arbeiten die Staatsanwaltschaft von Civitavecchia und die Spezialisten der Spurensicherung (RIS) fieberhaft daran, den exakten Tathergang und die darauffolgenden Tage zu rekonstruieren.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267566_image" /></div> <h3> Was geschah nach dem Mord?</h3>Im Zentrum der neuen Ermittlungen steht die Black Box des Autos von Carlomagno. Da das Fahrzeug mit GPS ausgestattet ist, können die Ermittler der Carabinieri aus Ostia nun jeden Meter nachverfolgen, den der Täter nach dem Mord zurückgelegt hat.<BR /><BR />Besonderes Augenmerk liegt auf der Suche nach der Tatwaffe. Carlomagno gab zu Protokoll, das Messer in einen Wasserlauf nahe der Via Braccianense geworfen zu haben. Bisher verlief die Suche dort jedoch ergebnislos. Die GPS-Daten sollen nun zeigen, wo das Auto tatsächlich hielt, um das Versteck der Waffe – ein zweischneidiges Messer – doch noch zu finden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267569_image" /></div> <BR /><BR />Die Details aus dem Verhör des Täters sind erschütternd: Carlomagno schilderte einen etwa 45 Minuten andauernden Todeskampf, der in einem der Badezimmer der Villa begann. Am heutigen Mittwoch findet ein erneuter Lokalaugenschein in dem Anwesen statt. Es ist der erste Besuch der Ermittler vor Ort, seit der Täter sein detailliertes Geständnis abgelegt hat.<h3> Suizid nach „Social-Media-Pranger“</h3>Parallel dazu klären sich die Umstände um den Tod von Carlomagnos Eltern, Maria und Pasquale. Die nun durchgeführte Autopsie bestätigte, dass sich beide am Samstagnachmittag durch Erhängen das Leben genommen haben.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1267572_image" /></div> <BR /><BR />Die Ermittler führen in diesem Zusammenhang ein Verfahren wegen „Anstiftung zum Selbstmord“. Der Grund: Das Ehepaar hinterließ einen Abschiedsbrief an ihren jüngeren Sohn Davide. Darin bezogen sie sich direkt auf den massiven „Online-Pranger“, dem sie nach der Tat ihres Sohnes ausgesetzt waren. In den sozialen Netzwerken waren Drohungen und schwere Anschuldigungen aufgetaucht, die den Eltern eine Mitschuld an dem Verbrechen unterstellten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob die Urheber dieser Hassnachrichten identifiziert und strafrechtlich verfolgt werden können.<BR /><BR />Die Villa der Eltern bleibt vorerst beschlagnahmt, während die Ermittler weiteres Material auswerten, um das gesamte Ausmaß dieser Familientragödie zu erfassen.