Zu dem Zeitpunkt war Giulia bereits mindestens 4 Stunden tot.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/leiche-schwangerer-frau-gefunden-verlobter-gesteht-tat" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a>, hatte Alessandro Impegnatello neben Giulia parallel eine weitere Freundin, die 23-jährige A. Diese ist nun eine wichtige Zeugin im <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mord-an-de-schwangeren-giulia-taeter-recherchierte-vorher-im-internet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Mordfall</a> und wurde bereits mehrmals vernommen.<h3> Alessandros Lügen</h3>Die 23-Jährige berichtet gegenüber den Ermittlern laut „La Repubblica“, dass sie mit Impagnatiello seit Juni letzten Jahres zusammen gewesen sei. Im Dezember dann habe er ihr versicherte, dass er sich von seiner Partnerin getrennt habe.<BR /><BR />„Als ich ihn in seiner Wohnung besuchte, gab es auch keine Anzeichen dafür, dass dort eine Frau wohnen würde. Da war kein Make-up, keine Zahnbürste, kein Bademantel, keine Fotos. Als ich mal ein Glätteisen entdeckte, sagte er mir, dass Giulia ab und zu zurückkam, um noch einzelne vergessene Sachen zu holen.“ Es kam ihr zwar komisch vor, dachte sich aber nichts weiteres. Erst im April 2023 schöpfte die 23-Jährige Verdacht. „Alessandro war nach Ibiza gefahren und hatte mir gesagt, er sei allein unterwegs, aber ich hatte sofort verstanden, dass er das nicht war.“<BR /><BR /> „Nach seiner Rückkehr entdeckte ich auf seinem Handy Fotos, die ihn mit der schwangeren Giulia zeigten. Als er merkte, dass ich mir die Fotos ansah, riss er mir das Handy aus der Hand, und wir stritten uns.“ „Dann“, so die 23-Jährige laut „La Repubblica“, „sagte er mir, dass das Baby nicht von ihm sei, dass die beiden einen DNA-Test gemacht hätten, der das bestätigte und ich habe ihm geglaubt. Er sagte mir, er sei nur mit Giulia verreist, weil sie niedergeschlagen war und er sie in dieser schweren Zeit nicht ganz alleine lassen wollte.“<h3> Der gefälschte DNA-Test</h3>Auch wenn die 23-Jährige Alessandro zunächst Vieles glaubte, seine ständigen Ausreden machten sie dann doch irgendwann stutzig. „An seinem Geburtstag hatte er wieder eine Entschuldigung, warum sie ihn nicht sehen und ihn nicht besuchen konnte: Seine Wasserleitung sei kaputt ... ich glaubte ihm nicht und fühlte, dass Giulia bei ihm war.“ Irgendwann bat sie ihn, ihm den DNA-Test zu zeigen, was er dann auch tat. Doch dass es eine Fälschung war, entdeckte sie kurze Zeit später, als Alessandro ihr sein IPad lieh. „Ich entdeckte dort das Dokument, das er mir vorgelegt hatte, das Logo und ein Faksimile des Tests, so dass ich mir sicher war, dass er es gefälscht hatte.“ Da spätestens war ihr klar, dass er sich in immer extremere Lügen verstrickte und sie ihm alles andere als vertrauen konnte. Sie begann – so erzählte sie es gegenüber den Behörden – „schon vor einiger Zeit, die Gespräche zwischen Alessandro und mir aufzuzeichnen.“<h3> Das Treffen zwischen den beiden Frauen und eine herzliche Umarmung</h3>Es ist der 27. Mai. Jener Tag, an dem Giulia ermordet wurde. Die 23-jährige Frau sagt in der Vernehmung aus, sie habe Giulias Nummer auf Alessandros IPad gefunden und sie um 14.38 Uhr angerufen: „In diesem Gespräch haben Giulia und ich uns auf ein Treffen geeinigt. Es war eine friedliche Stimmung zwischen uns, wir fühlten uns beide als Opfer eines Lügners und wollten ihn konfrontieren. Zwei Stunden später luden sie auch Alessandro zu dem Treffen direkt an seinem Arbeitsplatz, der Bar Armani Bamboo, ein. Dieser versuchte dem aus dem Weg zu gehen und sagte, “dass es besser wäre, uns alle drei am Sonntag nach der Arbeit zu treffen“. Doch als er merkte, dass es den Frauen ernst war und sie bei der Bar auftauchen würden, erfand er bei seinem Vorgesetzten eine Ausrede, um früher von der Arbeit gehen zu können. („Meiner Mutter geht es nicht gut“). Die beiden Frauen hingegen kamen zum vereinbarten Treffpunkt vor der Bar Armani Bamboo in der Via Manzoni in Mailand, unterhielten sich eine Stunde lang und konnten sich in die jeweils andere gut einfühlen. „Unser Treffen war sehr herzlich, so sehr, dass wir uns, sobald wir uns sahen, aus weiblicher Solidarität umarmten“.<h3> Angst</h3>„Giulia sagte mir, dass es ihr nur um das Baby ginge, dass sie jetzt nur noch einmal nach Hause ginge, um mit Alessandro zu reden und ihn zu verlassen. Sie wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, ob sie nach Neapel zu ihren Eltern fahren würde, aber sie wollte Alessandro danach auf keinen Fall mehr sehen“, so erzählt A. weiter. „Ich bot ihr noch an, dass sie bei Bedarf zu mir nach Hause kommen könne, um dort zu schlafen. Aber sie sagte, ich solle mir keine Sorgen machen. Sie ging gegen 18.45 Uhr“. <BR /><BR />Das war das Letzte, das A. von Giulia hörte. Giulia war nach Hause gegangen, wo Alessandro wohl schon auf sie wartetet und sie zwischen 19.05 und 20.30 Uhr tötete. A. hatte ihr in der Zwischenzeit geschrieben, erhielt aber keine Antwort mehr. Erst um 20.31 Uhr endlich eine Nachricht, doch in einem ganz anderen Ton (mittlerweile wissen wir, dass Alessandro es war, der die Nachrichten verschickte). A. ist überrascht und ruft Giulia an, doch der Anruf wird abgelehnt. A. hatte ein äußerst mulmiges Gefühl und bekam es mit der Angst zu tun: „Weil ich nicht wusste, was mit Giulia geschehen war und wozu er fähig war.“<h3> Der Videoanruf</h3>Es ist 23.29 Uhr, immer noch der 27. Mai. Die 23-Jährige ist weiter mehr als besorgt und versucht, herauszufinden, was geschehen war. Sie versucht, Alessandro zu erreichen. Wie „La Repubblica“ berichtet, antwortete er erst beim dritten Versuch. Sie fragte ihn, wo Giulia sei. Dass Giulia zu dem Zeitpunkt bereits tot war, ist mittlerweile Gewissheit. „Er sagte mir, dass Giulia schlief. Ich bat ihn, mir dies mit dem Video zu beweisen. Auf mein Drängen hin zeigte er mir das Bett und auch das Sofa. Giulia war offensichtlich nicht da. Dann sagte er plötzlich, dass sie zu einem Freund gegangen sei. Alessandro war sichtlich nervös und so aufgeregt, dass er schwitzte.“ <h3> „Er wartete auf mich“</h3>Nach dem Videoanruf bat Alessandro sie, sich noch am Ende ihrer Schicht nach 1.30 Uhr nachts mit ihm zu treffen und hörte nicht auf sie zu bedrängen. Sie wollte nicht, hatte Angst und ließ sich von einem Kollegen nach hause begleiten. „Als ich nach Hause kam, bemerkte ich Alessandro, er stand an der Straßenbahnhaltestelle, weil er wohl dachte, ich würde mit dieser nach Hause fahren, und wartete. Ich bin ins Haus gegangen, ohne dass er mich gesehen hat. Als ich ihm sagte, dass ich schon im Haus sei, klingelte er. Schließlich kam er hoch und ich sprach mit ihm durch die Gitterstäbe des Fensters. Er bestand darauf, dass ich ihn hereinlasse, aber weil ich große Angst hatte, erfüllte ich ihm diesen Wunsch nicht.“