Die Richter unter Vorsitz von Patrizia Ingrasci' haben alle vom Staatsanwalt Emanuele Marchisio geltend gemachten erschwerenden Umstände anerkannt: Vorsatz, niedrige Beweggründe und verminderte Verteidigungsfähigkeit des Opfers aufgrund der nächtlichen Uhrzeit und des verlassenen Ortes vor, an dem der Mord verübt wurde.<BR /><BR />Der brutale Mordfall hatte die italienische Öffentlichkeit im Sommer 2024 einen Monat lang in Atem gehalten: Sharon Verzeni, eine 33-Jährige aus Terno d´Isola wurde bei einem nächtlichen Spaziergang unweit ihrer Wohnung mit Messerstichen getötet. Der Täter Moussa Sangare hatte Verzeni ganz zufällig ausgewählt. <BR /><BR />Der in Mailand als Sohn von Eltern aus der Elfenbeinküste geborener Arbeitsloser hat offenkundig ohne Grund die Frau ermordet, die er nicht kannte. Danach war er mit einem Fahrrad geflüchtet. Er hatte sich die Haare schneiden lassen, um nicht erkannt zu werden. Er wurde von Überwachungskameras gefilmt, als er sich am 29. Juli 2024 mit einem Fahrrad schnell vom Tatort entfernte.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1281546_image" /></div> <BR />Im Gerichtssaal in Bergamo waren bei der Urteilsverkündung auch die Eltern des Opfers und ihre Lebensgefährte Sergio Ruocco anwesend. Letzterer war in einer Anfangsphase der Ermittlungen als möglicher Täter verdächtigt worden. Sangare, der wegen gewalttätigem Verhalten gegenüber seiner Mutter und seiner Schwester polizeibekannt war, hatte den Mord an Sharon Verzeni vollständig gestanden. Die Ermittler fanden am Ufer des Flusses Adda auch das blutbeschmierte Messer, mit dem die Frau ermordet wurde.<BR /><BR />Zur Klärung des Falles hatten einige in Terno d´Isola lebende Migranten beigetragen, die Sangare kannten. Am Abend des Mordes hatte er seine Wohnung mit vier Messern in der Tasche verlassen. Daraufhin hatte er zwei Teenager bedroht, die er auf seinem Weg getroffen hatte. Kurz danach ging er auf Sharon Verzeni los, auf die er gestoßen war, während sie allein einen Spaziergang unternahm und mit Kopfhörern Musik hörte. Sie war an dem Abend nicht wie so oft von ihrem Lebensgefährten begleitet worden, der in der Wohnung schlief. Die Ermittlungen hatten sich anfangs auf Verzenis Partner konzentriert, den das Opfer in diesem Jahr hätte heiraten sollen. Dieser konnte jedoch seine Unschuld beweisen.