Sonntag, 26. Juni 2016

Mord auf Gay-Parade: Lebenslange Haft für strengreligiösen Juden

Ein ultra-orthodoxer Jude ist wegen der Ermordung einer 16-Jährigen bei einer Gay-Parade in Jerusalem zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Symbolbild.
Symbolbild. - Foto: © shutterstock

Das Jerusalemer Gericht verhängte am Sonntag auch weitere 31 Jahre Haft wegen versuchten Mordes in sechs Fällen. Der Verurteilte muss seine Opfer jeweils mit 258 000 Schekel (rund 60 000 Euro) entschädigen, wie das Gericht mitteilte.

Der strengreligiöse Mann hatte im vergangenen Sommer bei einer Parade von Schwulen und Lesben in Jerusalem die 16-Jährige erstochen und sechs weitere Menschen mit einem Messer verletzt, bevor er von der Polizei überwältigt wurde. Als Erklärung für die Tat sagte er, die Parade sei eine „Provokation Gottes“.

Mann war Wiederholungstäter

„Blinder Fanatismus hat ihn zu seinen Taten verleitet“, sagte eine Richterin am Sonntag in der Urteilsbegründung. „Dieser gefährliche Mensch darf nicht mehr frei in den Straßen Jerusalems herumlaufen.“
Das Gericht hatte beim Schuldspruch im April auch das Verhalten der Polizei kritisiert.

Der Täter war erst drei Wochen vor der Bluttat aus dem Gefängnis entlassen worden. Dort hatte er nach einer Messerattacke auf Teilnehmer einer ähnlichen Parade 2005 zehn Jahre Haft verbüßt. Laut der Anklageschrift hatte er den Mord geplant und dafür ein 15 Zentimeter langes Küchenmesser gekauft.

dpa

stol