Zwischen Fait und ihrem Nachbarn herrschte offenbar bereits seit Jahren böses Blut: Seit 6 Jahren wohnten sie im selben Mehrfamilienhaus – Fait mit ihrer pflegebedürftigen Mutter im Erdgeschoss, er im letzten Stock mit Frau und zwei Kindern. <BR /><BR />Seit einiger Zeit soll es fast täglich Streit zwischen den Nachbarn gegeben haben und in mehreren Fällen seien die Ordnungshüter alarmiert sowie die Justiz angerufen worden. Die Nachbarn in der Fraktion von Rovereto sollen nach der Tat sogar von einer „angekündigten Tragödie“ geredet haben, heißt es in der Tageszeitung „L'Adige“. <BR /><BR />Im selben Mehrfamilienhaus wohnt auch der Sohn des Opfers, Lorenzo Giori, der, wie die Mutter einst als Krankenpfleger arbeitet. Seine Großmutter und er sollen die einzigen beiden Augenzeugen des schrecklichen Mords sein. <h3> Zwei tödliche Schläge auf den Kopf</h3>Aber der Reihe nach: Am Freitag um 20 Uhr war Fait mit Mutter Bruna auf dem Weg nach Hause vom Einkaufen – in einer Hand hielt sie die Taschen, am anderen Arm stützte sich die Mutter mit Bewegungsschwierigkeiten. Vor ihrer Haustür soll der Albaner die beiden Frauen erwartet haben und auf die 63-Jährige losgegangen sein. Ersten Informationen zufolge soll der 48-Jährige sein Opfer mit 2 Schlägen am Kopf getötet haben. Er soll daraufhin zur nächsten Carabinieri-Station gegangen sein und die Tat gestanden haben. <BR /><BR />Die angerückten Rettungskräfte konnten nichts mehr für Mara Fait tun: Sie war auf der Stelle tot. Shehi soll gegenüber der ermittelnden Staatsanwältin, Viviana Del Tedesco, gesagt haben, es habe sich um einen Wutausbruch gehandelt. „Natürlich müssen wir jetzt weitere Hinweise sowie Aussagen sammeln und auswerten, um zu verstehen, was vor dem Mehrfamilienhaus genau geschehen ist“, erklärte Del Tedesco. <BR /><BR />Die Familien von mutmaßlichem Täter und Opfer hüllten sich in Schweigen, die Dorfgemeinschaft trauert um Faits Tod: „Mara hat so viel für die Gemeinschaft getan und selbst nach der Pensionierung hat sie sich um ihre Mutter gekümmert. Was geschehen ist, ist schockierend, darf aber nicht den Gemeinschaftsgeist von Rovereto zerstören“, so Bürgermeister Francesco Valduga. <h3> Der Zorn der Anwälte</h3>Nicht nur erschüttert, sondern auch wütend über Mara Faits Tod sind ihre Anwälte Rosa Maria Rizzi und Flavio Dalbosco. „Wir möchten darauf hinweisen, dass Frau Mara eindeutig im Kontext von Stalking getötet worden ist“, so die beiden Anwälte. Erst vor wenigen Monate habe sie Anzeige erstattet und gefordert, dass Maßnahmen gegen den Albaner und zu ihrem Schutz ergriffen würden – leider ohne Erfolg. Schon 7 Tage später soll der Staatsanwalt einen Antrag auf Archivierung beim zuständigen Richter gestellt haben, so kam es gar nicht erst zu Ermittlungen gegen den Mann. Die Anwälte hatten gegen den Antrag auf Archivierung Berufung eingelegt – die entsprechende Verhandlung hätte im September stattfinden müssen. <BR /><BR />Leider zu spät. Dabei sollte das Gesetz gegen Gewalt an Frauen, der sogenannte „Codice Rosso“, der Justiz die Möglichkeit geben, rasch einzugreifen. „Die Opfer sollten beschützt und unterstützt werden, und zwar mit der Anwendung des Gesetzes. Es ist unmenschlich, zuzulassen, dass eine Frau getötet wird, obwohl man sie hätte beschützen können“, so Rizzi und Dalbosco abschließend. Indes sitzt Shehi nach wie vor im Gefängnis von Spini di Gardolo in Untersuchungshaft.<BR />