Wie die Bozner Staatsanwaltschaft gestern auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben hat, wurde eine Waffe gefunden, die als Tatwaffe infrage kommen könnte. Die genaue Todesursache soll heute eine Autopsie klären, die am Leichnam des Opfers durchgeführt wird. <BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/video-mord-in-bozen-vollkommen-grundlos-getoetet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a>, soll die Leiche von Ionut Marius Cal mehrere Schnitt- bzw. Stichverletzungen aufweisen. Welche und wie viele von diesen tödlich waren, darüber soll die heutige Autopsie Aufschluss geben. Die Ermittler haben laut Staatsanwaltschaft zudem eine Waffe sichergestellt. Ob es sich dabei um die Tatwaffe handelt, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen. Zudem will die Staatsanwaltschaft weitere Zeugen anhören und gegebenenfalls eine forensische Auswertung der mobilen Geräte des Opfers sowie des mutmaßlichen Täters durchführen lassen. <h3> Was man bislang weiß</h3>Der rumänische Lkw-Fahrer Cal war in der Nacht auf Sonntag auf einem Parkplatz in Bozen Süd niedergestochen worden. Unter dringendem Tatverdacht steht sein Landsmann Iulian Alinil Brujan (47). Er hat bislang von seinem Recht, die Aussage zu verweigern, Gebrauch gemacht. Brujan befindet sich in vorbeugender Verwahrungshaft im Bozner Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft stellte gestern beim U-Richter Antrag auf Haftprüfung. Diese wird in den nächsten Tagen erfolgen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-71844737_quote" /><BR /><BR />Zudem soll überprüft werden, ob Cal und Brujan sich bereits im Vorfeld kannten, ob möglicherweise Alkohol im Spiel war und ob die Tat spontan oder geplant war. Auslöser für die Bluttat am Samstag auf dem Parkplatz für Schwerfahrzeuge in Bozen Süd soll ein Streit zwischen den beiden Lkw-Fahrern aus Rumänien gewesen sein. Nach bisherigem Ermittlungsstand gibt es für den Streit selbst keine direkten Zeugen. Andere Lkw-Fahrer hatten den schwer verletzten Ionut Marius Cal aufgefunden und sofort Alarm geschlagen. <h3> Tatverdächtige soll keinen Widerstand geleistet haben</h3>Mithilfe der Zeugenaussagen und Videoaufnahmen gelang es den Behörden wenig später, den Lkw auszumachen, mit dem der tatverdächtige Iulian Alinil Brujan den Tatort verlassen hatte. Ausfindig gemacht wurde das Fahrzeug mit dem Rumänen an Bord am Parkplatz der Raststätte Laimburg auf der Nordspur der Brennerautobahn. <BR /><BR />Laut Rekonstruktionen war er vom Parkplatz in Bozen Süd auf die A22 in Richtung Süden aufgefahren, hatte dann an der Ausfahrt Neumarkt gewendet, um an der Raststätte Laimburg anzuhalten. Ob er dort die Spuren der Tat verwischen und später seine Fahrt Richtung Norden fortsetzen wollte, ist derzeit noch Inhalt der Ermittlungen. <BR /><BR />Fest steht, dass Brujan laut Ermittlern bei seiner Festnahme Blutspuren am Körper gehabt habe. Zudem sollen im Lkw blutgetränkte Kleidungsstücke gefunden worden sein. Bei seiner Festnahme soll Brujan keinen Widerstand geleistet haben.<h3> Ermittlungen wegen erschwertem Mord</h3> In der Bozner Quästur zeigte man sich indes zufrieden über den Ausgang der Ermittlungen, die innerhalb weniger Stunden zur Festnahme des mutmaßlichen Täters geführt hatten. „Es ist ein Zeichen dafür, wie gut unser Fahndungssystem funktioniert“, so Quästor Giuseppe Ferrari in einer Aussendung.<BR /><BR />„Die Indizien gegen den Verdächtigen wiegen schwer“, sagt der Leitende Staatsanwalt Axel Bisignano. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen erschwertem Mord aus niedrigen Beweggründen. „Laut derzeitigem Stand der Ermittlungen ist Ionut Marius Cal vollkommen grundlos getötet worden“, so Bisignano. „Das Motiv kennen wir noch nicht.“