Dienstag, 06. Dezember 2016

Mord in Niederrasen: Ex-Frau nach Verhör auf freiem Fuß

Nach dem Mord am 71-jährigen Kurt Huber in Niederrasen sucht der ermittelnde Staatsanwalt Igor Secco nach den entscheidenden Beweisen, wie etwa der Tatwaffe. Die Ex-Frau des Mordopfers, die 56-jährige aus Bosnien stammende Dzenana Mangafic, hat bei ihrem Verhör als mögliche Tatverdächtige zwar einige Fragen offen gelassen, konnte aber am Montagabend die Carabinieri-Kaserne von Antholz/Mittertal als freier Mensch verlassen.

Kurt Huber (auf dem kleinen Bild in jüngeren Jahren) wurde am Montagmorgen erstochen in seiner Altenwohnung in Niederrasen aufgefunden.
Badge Local
Kurt Huber (auf dem kleinen Bild in jüngeren Jahren) wurde am Montagmorgen erstochen in seiner Altenwohnung in Niederrasen aufgefunden. - Foto: © D

Die Frau soll im stundenlangen Verhör in der Kaserne ausgesagt haben, dass sie am Samstag bei Kurt Huber in seiner Altenwohnung in Niederrasen gewesen sei. Am Abend habe sie das Haus verlassen und sei dann nach Bruneck gefahren.

Am Tag danach, also am Sonntag, sei sie dann gemäß Verhörprotokoll nach Niederrasen zurückgekehrt und habe einen Mann gesehen, der von Kurt Hubers Wohnung davongelaufen sei. Beim Betreten der Wohnung habe sie dann ihren Ex-Mann blutüberströmt auf dem Bett liegend vorgefunden. Die habe ihn berührt, um zu überprüfen, ob er noch am Leben sei, und habe sich dabei ihre Kleidung mit Blut befleckt.

Nacht am Olanger Bahnhof verbracht

In Panik sei sie daraufhin davongerannt und habe die folgende Nacht am Bahnhof von Olang verbracht. Für diese Aussage soll es Beweise geben. Erst in den frühen Morgenstunden des Montags habe sie dann verzweifelt ihren Neffen angerufen, der wiederum Carabinieri und Rettung verständigt hat.

Ein wichtiges Detail im Zusammenhang mit ihren Aussagen: Der Arzt, der den Tod von Kurt Huber bestätigt hat, gab an, dass der Mann vermutlich am Montag im Morgengrauen gestorben sei. 

Tatwaffe bleibt verschwunden 

Ein zentrales Element der Ermittlungen, und zwar die Tatwaffe, konnte noch immer nicht gefunden werden. Mit diesem Messer oder spitzen Gegenstand wurden Kurt Huber 7 Stiche zugefügt, die zu seinem Tod führten. 

Mehr Aufschlüsse könnte auch die Autopsie am Leichnam von Kurt Huber bringen, die vermutlich am Freitag durchgeführt wird. Huber soll keine Defensivverletzungen aufweisen.

Kurt Huber stammte aus St. Vigil

Der 71-jährige Kurt Huber stammte aus St. Vigil in Enneberg und hatte dort eine Bar betrieben. Lange Zeit war er Präsident des Fußballclubs und Oberschützenmeister der Sportschützen. Später verkaufte er sein Lokal und zog mit seiner Frau, der Bosnierin Dzenana Mangafic, nach Meran.

Nach der Trennung von ihr kam er nach Oberrasen und später in die Altenwohnung in Niederrasen.

Nach einem Schlaganfall und einer Beinamputation war er stark gehbehindert und oft auf den Rollstuhl angewiesen. Zu den Leuten im Wohnort pflegte er kaum Kontakt. 

In jüngster Zeit hat seine Ex-Frau immer wieder bei ihm gewohnt.

stol/rc/ds

stol