Am 17. Oktober 2010 hatte Kaminska in ihrer Wohnung am Plattenhof in Unterfennberg mit einem Küchenmesser, mit dem sie zuvor noch Rosenstiele beschnitten hatte, ihrem Freund Mehmet Yildirim in die Brust gestochen. Der Bluttat vorausgegangen sein soll eine komplizierte und äußerst belastende Beziehung.Für den psychiatrischen Gerichtsgutachter Luciano Magotti zeichnete sich anhand Maryanas Erzählung ganz deutlich der extreme Stress ab, unter dem sie gestanden hatte. Maryana Kaminska habe sich zum Tatzeitpunkt in einem Zustand der Katatonie befunden, was zur Unzurechnungsfähigkeit geführt habe. Der Gutachter des Staatsanwalts, Vincenzo Mastronardi, glaubt hingegen, dass Maryana zwar in ihren Bewegungen blockiert gewesen sei, aber verstanden habe, was passierte. Alle drei Experten, die Gutachten zur Stichwunde angefertigt haben – Eduard Egarter, Antonio Osculati und Sabino Pelosi – sind sicher, dass keine Tötungsabsicht bestanden hat. Staatsanwalt Igor Secco hat jetzt die Einleitung des Hauptverfahrens gegen Maryana Kaminska wegen Mordes unter bedingtem Vorsatz beantragt. Er ist überzeugt, dass Maryana ihren Freund zwar nicht habe töten wollen; wohl aber habe sie in Kauf genommen, dass genau dies passieren könnte. Nun ist es an Richterin Silvia Monaco, zu entscheiden, ob die Beweislast für ein Hauptverfahren im Sinne der Anklage ausreicht.rc/D