Auf den Bildschirmen im Schwurgerichtssaal erscheint das Foto einer blonden Frau neben jenem von Fatima Zeeshan. Die Verletzungen im Gesicht der Frauen sind bemerkenswert ähnlich. Die blonde Frau wurde von einer Person während einer Schlafstörung attackiert – war das bei Fatima Zeeshan ebenso?<BR /><BR />Rechtsmediziner Prof. Massimo Montisci aus Padua, der gestern als Gutachter der Verteidigung aussagte, erklärte, es sei nicht auszuschließen, dass Mustafa Zeeshan während einer Schlafstörung gehandelt habe. Das Foto der blonden Frau, das Prof. Montisci zum Vergleich mitgebracht hatte, stammt aus einem Artikel des „Journal of Forensic Sciences“, in dem es um Verhaltensweisen von Personen während einer Schlafstörung mit potenziell tödlichen Folgen für andere geht. <h3> Kein Tatmotiv ersichtlich</h3> Genau das treffe – laut Verteidigung – auf den gegenständlichen Fall zu, nicht zuletzt, da kein Motiv ersichtlich sei, weshalb Mustafa Zeeshan seine hochschwangere Ehefrau töten sollte. <BR />Über die Todesursache war sich Prof. Montisci mit Dr. Dario Raniero, der die Autopsie durchgeführt hatte, einig: Fatima Zeeshan wurde erstickt, indem etwas auf ihren Mund und ihre Nase gedrückt wurde – wahrscheinlich eine Hand, auf einen Stoff wie z.B. ein Kissen gab es keine Hinweise. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="840608_image" /></div> <BR /><BR />Prof. Montisci geht davon aus, dass Fatima Zeeshan zwischen Mitternacht und ein Uhr des 30. Jänner 2020 ihr Leben verloren hat. Damit setzt er den Todeszeitpunkt einige Stunden später an als sein Kollege Dr. Raniero – auf einen Zeitraum, in dem das Paar in der gemeinsamen Wohnung in Vierschach bereits geschlafen haben dürfte. <BR /><BR />Prof. Montiscis Berechnungen stützen sich auf die Beschaffenheit der Leichenflecken und auf das geronnene Blut am Boden des Schlafzimmers, wo Fatima Zeeshan etwa 2 Stunden gelegen haben dürfte, bevor Mustafa Zeeshan ihren leblosen Körper – wie er selbst aussagte – aufs Bett gelegt hatte. <BR /><BR />Was davor geschah – davon weiß der 38-Jährige eigenen Angaben zufolge nichts mehr. Erst beim Gespräch mit einem psychiatrischen Gutachter glaubte er sich vage zu erinnern, dass er in der fatalen Nacht von einem heftigen Streit mit jemandem geträumt hatte. <BR /><BR />Am 18. Jänner stehen in dem Schwurgerichtsverfahren die abgehörten Telefongespräche zwischen Mustafa Zeeshan und seiner Familie im Mittelpunkt.t.<BR />