Es gibt einen großen blauen Diwan und ein paar kleine Schränke, allerdings so gut wie keine alltäglichen Gebrauchs- oder Dekorationsgegenstände. In einer Schublade fanden die Ermittler Cims Dokumente, in einer anderen 2500 Euro in 50 Euro-Scheinen. Am Diwan lagen Celine Frei Matzohls Ohrringe, ihr Handy, ihre Tasche und Cims Handy. <BR /><BR /> Celine Frei Matzohls Leichnam wurde am Boden liegend zwischen dem Diwan und einem etwa hüfthohen Schrank aufgefunden. Darin entdeckten die Ermittler ein zweites Messer und eine Hantelstange. An den Händen der jungen Frau waren keine Abwehrverletzungen zu sehen. Was sich daraus und aus dem Zustand des Tatortes schließen lässt, werden die Forensik-Experten am nächsten Verhandlungstag, dem 26. November, aufschlüsseln. <h3> Arrogantes Benehmen</h3>Neben Freundinnen von Celine Frei Matzohl hat gestern auch eine Freundin ihrer Mutter ausgesagt, die ein Gastlokal in Schlanders betreibt, in dem Cim oft verkehrte. Er habe sich arrogant benommen, mit Geld „um sich geschmissen“, beispielsweise habe er bei einer Konsumation von knapp mehr als 5 Euro 20 Euro Trinkgeld gegeben. <BR /><BR />In den Zeugenstand traten weiters jene Carabinieribeamten, die zuerst nach Celine Frei Matzohl und dann nach Omer Cim gesucht hatten. Nachdem die junge Frau in der Nacht vor ihrem 21. Geburtstag nicht nach Hause gekommen war, hatte ihre Mutter Alarm geschlagen. Der Carabinieribeamte Michael Prandtner war mit einem Kollegen zu Cims Wohnung gefahren. Schon beim Eingang des Mehrfamilienhauses hatte er Blutstropfen am Boden und an der Mauer bemerkt. <h3> Fluchtversuch vor den Carabinieri</h3>Nachdem er vergeblich geklopft hatte, ersuchte er den Vermieter, Cims Wohnung aufzuschließen. „Es war dunkel drinnen, ohne Taschenlampe hätte ich gar nichts gesehen“, berichtete Prandtner. Gleich hinter der Tür sei der Lichtstahl nach links über ein Paar weiße Turnschuhe gestreift, und das nächste, das er gesehen habe, sei Celine Frei Matzohls lebloser Köper gewesen. <BR /><BR />Inzwischen lief die Suche nach Omer Cim auf Hochtouren. Am Parkplatz zur Haideralm wurde er gegen 16 Uhr von einer Streife aufgespürt. Cim sei ins Auto gesprungen und davongerast, berichtete der Carabiniere Andrea Turri. Wenn er nicht schnell zur Seite gesprungen wäre, wäre er wohl nicht nur mit einer Abschürfung an einer Hand davongekommen. Der Carabiniere schoss auf einen von Cims Autoreifen.<BR /><BR /> Rund 2 Kilometer entfernt sei Cim nach einem Überholmanöver von der Straße abgekommen. Das Auto habe sich überschlagen und sei auf einer Seite zum Liegen gekommen. Cim sei kurz bewusstlos gewesen. Im Krankenwagen habe er dann zu dem Carabiniere, der ihn ins Spital begleitete, gesagt: „Fahrt nach Schlanders, ich habe einen ,casino’ gemacht“.