Zwischen 37 und 40 Stichwunden hat Alessandro der schwangeren Giulia zugefügt: 2 Stiche in den Hals – sie durchtrennten die Halsschlagader und die Schlüsselbeinarterie – waren tödlich. Eine weitere Stichverletzung wurde im Gesicht festgestellt, in Höhe der Augenbrauen, 2 im Rücken, weitere Stichwunden im Brustkorb – ein Stich davon durchbohrte die Lunge – und viele weitere in den Oberkörper. Da der Bauch von Messerstichen verschont blieb, wird nun auch untersucht, wann der Fötus gestorben ist.<BR /><BR />Aus der Autopsie ergibt sich jedenfalls ein ganz anderes Bild des Verbrechens als das, das Impagnatiello in seiner Version vor den Richtern erzählt hat. Er sagte nämlich aus, er habe Giulia nur 2 oder 3 Schnitte zugefügt. <BR /><BR />Den genauen Todeszeitpunkt Giulias festzustellen, war für die Gerichtsmediziner nicht möglich, da ihr Körper größtenteils von Verbrennungen entstellt war. Alessandro hatte <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mord-an-de-schwangeren-giulia-taeter-recherchierte-vorher-im-internet" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wie berichtet</a> zweimal versucht, die Leiche zu verbrennen. Zuerst mit Ethylalkohol in der Badewanne, dann mit Benzin in der Garage. Als er sah, dass er keinen Erfolg hatte, wickelte er sie in Plastikfolie ein und ließ sie einen halben Kilometer vom Haus entfernt hinter einer Reihe von Garagen liegen. Wie Müll.<h3> Überraschender Angriff</h3>Für die Staatsanwaltschaft war Giulia das Opfer eines überraschenden Angriffs. Sie hatte keine Zeit zu schreien oder sich zu wehren. Sie wies keine Wunden an Händen oder Armen auf. Möglicherweise wurde sie zuerst mit einem Schnitt in die Halsschlagader getroffen, während sie sich umdrehte. Und dann wurde sie von Impagnatiellos Wut überwältigt. Vermutlich ist Giulia innerhalb weniger Minuten verblutet. Doch die Spezialisten wollen keine Hypothese unerforscht lassen und werden untersuchen, ob sie womöglich noch lebte, als er zum ersten Mal versuchte, sie in der Badewanne zu verbrennen. <BR /><BR />Ausständig sind außerdem noch die Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen, die zeigen werden, ob in Giulias Körper Spuren von Gift vorhanden waren: eine Hypothese, die sich aus der Tatsache ergibt, dass Rattengift bei Alessandro gefunden wurde. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mord-an-giulia-tramontano-und-der-perfide-urspruengliche-plan-des-taeters" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Wir haben berichtet)</a><BR /><BR />Doch auch wenn einige wichtige Ergebnisse noch fehlen: Schon jetzt scheint klar, dass Staatsanwältin Alessia Menegazzo, Alessandro Impagnatiello wegen der erschwerenden Umstände des Vorbedachts und der Grausamkeit anklagen wird, die von der Untersuchungsrichterin zum Zeitpunkt der Verhaftung auf der Grundlage der ihr zur Verfügung stehenden Elemente zunächst ausgeschlossen wurden. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mord-an-giulia-tramontano-motiv-hatte-ich-eigentlich-keines" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier lesen Sie mehr dazu)</a><h3> Haben die Wehen eingesetzt?</h3>Giovanni Cacciapuoti, der Anwalt von Giulias Familie, die, wie er den Reportern laut „La Repubblica“ mitteilte, „vom Schmerz überwältigt“ ist, wartet nun ebenfalls auf die endgültigen Ergebnisse, weil sie dazu dienen werden, „Impagnatiello mit den maximal möglichen erschwerenden Umständen vor Gericht zu bringen“. Geprüft werde unter anderem, ob der mörderischen Angriff eine Erhöhung von z.B. Oxytocin ausgelöst hat. „Falls man nachweisen kann, dass bei Giulia die Wehen eingesetzt haben, könnte dies zu einer doppelten Mordanklage führen“, fügt Cacciapuoti laut „La Repubblica“ hinzu.<BR /><BR />Die Staatsanwaltschaft hat nach Durchführung der Autopsie indes grünes Licht für Giulias Beerdigung gegeben. Diese fand gestern unter großer Anteilnahme in Sant'Antimo bei Neapel statt. Die Leiche durfte aufgrund möglicher weiterer Ermittlungserfordernisse nicht eingeäschert werden. <BR /><BR /><i>Wir halten Sie über die Ermittlungsergebnisse weiter auf dem Laufenden.</i>