Donnerstag, 17. September 2020

Mordfall Rauch: Psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben

Voraussichtlich zu Jahresende wird klar sein, wie es mit Lukas Oberhauser (25), dem vorgeworfen wird, in der Nacht auf den 10. März Barbara Rauch (28) im „Bordeauxkeller“ in Eppan getötet zu haben, weiter geht. Gestern hat der U-Richter Dr. Ivano Simioni mit der Erstellung des psychiatrischen Amtsgutachtens beauftragt.

Was genau hat sich im „Bordeauxkeller“ in Eppan (Bild) abgespielt? Vom  Gutachten erhoffen sich die Ermittler auch Aufschlüsse über die Triebfeder für den Mord.
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Was genau hat sich im „Bordeauxkeller“ in Eppan (Bild) abgespielt? Vom Gutachten erhoffen sich die Ermittler auch Aufschlüsse über die Triebfeder für den Mord. - Foto: © DLife/DF
In Vertretung von Richter Andrea Pappalardo stellte Richter Peter Michaeler 3 Fragen in den Raum, auf die der Sachverständige eine Antwort finden wird: War Lukas Oberhauser zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig? Ist er als potenziell gemeingefährlich einzustufen? Und ist er fähig, einem Strafprozess zu folgen?

Neben Dr. Simioni, Facharzt für Psychiatrie am Krankenhaus Bruneck, werden sich der forensische Psychologe Michele Piccolin im Auftrag der Staatsanwaltschaft und der Neurologe und Psychiater Heinz Prast (für die Verteidigung) mit Oberhausers Zustand auseinandersetzen. Für das Amtsgutachten, das voraussichtlich in 90 Tagen vorliegen wird, dürfte nicht nur die Tatnacht selbst eine Rolle spielen, sondern auch die Vorgeschichte.

Wie berichtet, soll Oberhauser Barbara Rauch über ein Jahr lang belästigt haben, bis sie ihn schließlich wegen Stalking anzeigte. Rauch erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen Oberhauser: Er wurde mit einem Kontakt- und Annäherungsverbot belegt. Als er im Sommer 2019 gegen die Auflagen verstieß, wurden die Schutzmaßnahmen sofort verschärft. Dadurch war es dann auch möglich, die einstweilige Verfügung länger als 6 Monate lang aufrecht zu erhalten.

Gelockert hat der Richter die Auflagen erst, nachdem sich Oberhauser monatelang ruhig verhalten hatte. Doch in der Nacht auf den 10. März soll Oberhauser plötzlich wieder aufgetaucht sein. Was genau sich in Rauchs Lokal „Bordeauxkeller“ abgespielt hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Vom Außenbereich des Lokals gibt es Aufnahmen von Über wachungskameras. Barbara Rauch wurde am Morgen tot im Lokal aufgefunden, sie hatte etliche Messerstiche erlitten.

Lukas Oberhauser sitzt im Bozner Gefängnis in U-Haft. Beim Haftprüfungstermin hatte er keine Angaben zur Tat gemacht.

rc

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