Samstag, 22. Juni 2019

Mordfall Riffeser: 3 Messer, 43 Stiche

Das Bild des Mannes, der unbewusst wie in Trance handelt, hat einen Riss bekommen: Im Huber Hof in Gratsch, wo Johannes Beutel (38) – wie ihm vorgeworfen wird – seine Frau Alexandra Riffeser (34) getötet hat, wurde nicht nur das Butterfly-Messer als mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt. Laut den Forensikern der Polizei war auch auf 2 Gemüsemessern das Blut des Opfers.

Beim Beweissicherungsverfahren am Freitag vor Richter Peter Michaeler war Beutel anwesend.
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Beim Beweissicherungsverfahren am Freitag vor Richter Peter Michaeler war Beutel anwesend.

Riffeser und Beutel sollen, bevor es zur Tragödie kam, Gemüse geschnitten haben. Aufgrund der beiden weiteren blutbefleckten Messer in der Küchenspüle ergibt sich für die Ermittler ein mögliches Szenario – dass Beutel während der Tat die Messer gewechselt bzw. alle 3 benutzt haben könnte, um insgesamt 43 Mal auf seine Frau einzustechen.

Seinen Verteidigern Alessandro Tonon und Marco Ferretti hat Johannes Beutel aber versichert, er wisse nichts von den anderen Messern, er könne sich das Blut darauf nicht erklären. Überhaupt erinnere er sich nur an den Stich, den er seiner Frau in den Magen versetzt habe. Er habe sie ins Spital bringen wollen. Alexandra Riffeser sei aber in die Wohnung zurückgekehrt, um ihre Mutter anzurufen. Den Rekonstruktionen der Ermittler zufolge dürfte Beutel ihr gefolgt und in schneller Abfolge auf sie eingestochen haben – davon wisse er aber nichts mehr, beteuerte Beutel, der seit der Bluttat am 24. September im Bozner Gefängnis sitzt.

Beim Beweissicherungsverfahren am Freitag vor Richter Peter Michaeler war Beutel anwesend. Die psychiatrischen Amtsgutachter Heinz Prast und Tommaso Caravelli bescheinigten ihm eine volle Zurechnungsfähigkeit. Den Gutachtern zufolge sei der 38-Jährige intelligent, könne gut organisieren und Probleme lösen. Es gebe aber Anhaltspunkte, wonach er bei einigen Testfragen nicht die Wahrheit gesagt habe. Beispielsweise habe er bejaht, dass er manchmal das Gefühl habe, seinen Körper zu verlassen. Beutel erklärte jetzt, er wollte sagen, dass er beim Autofahren zwar körperlich präsent sei, mit den Gedanken aber woanders. Mit seinem Ja auf die Frage, ob er sich manchmal fremdgesteuert fühle, habe er nur gemeint, dass er immer alles getan habe, was seine Frau ihm sagte.

Die weiteren 7 Gutachter – des Staatsanwaltes, der Nebenkläger und der Verteidigung – kommen am 22. November zu Wort. Letztere sollen zum Schluss gekommen sein, dass Beutels Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt eingeschränkt war bzw. dass er ein „Black out“ gehabt habe.

D/rc

stol