Darin wird die Durchführung zusätzlicher Analysen an noch vorhandenen Beweisen und biologischem Material gefordert.<BR /><BR />Im Mittelpunkt steht die Auswertung von Beweisstücken, die im Verfahren gesichert wurden, darunter Kleidungsstücke und Spurenmaterial. Der Fall gilt als eines der bekanntesten Strafverfahren Italiens der vergangenen Jahre. Bossetti wurde 2018 in letzter Instanz wegen des Mordes an der 13-jährigen Schülerin Yara Gambirasio verurteilt. Seit Jahren versucht die Verteidigung, einzelne Beweise neu bewerten zu lassen. Eine Entscheidung über den aktuellen Antrag steht noch aus.<BR /><BR />Die Tat hatte sich am 26. November 2010 in der Provinz Bergamo ereignet. Die Schülerin Yara Gambirasio aus Brembate di Sopra verschwand nach einer Tanzstunde. Monate später wurde ihre Leiche in einem Feld bei Chignolo d'Isola entdeckt. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen ergaben, dass das Mädchen mehrfach mit einem Messer im Bereich von Rücken, Hals und Handgelenken verletzt worden war. Zudem stellten die Gutachter Abwehrverletzungen fest, die auf einen heftigen Kampf hindeuteten. Als Todesursache wurde letztlich eine Unterkühlung im Anschluss an die Verletzungen angenommen. Ein Sexualdelikt konnte nach damaligen Erkenntnissen nicht eindeutig festgestellt werden. <BR /><BR />Auffällig waren unter anderem Zementstaubrückstände an Kleidung und Körper des Opfers sowie eine DNA-Spur an einem Kleidungsstück, die später zum zentralen Beweis wurde. Im Zuge der Ermittlungen wurden rund 18.000 DNA-Profile aus der Region abgeglichen. Ein Teiltreffer führte zunächst zu einem verstorbenen Busfahrer, bevor die Ermittler eine familiäre Verbindung rekonstruierten. Daraus ergab sich die spätere Spur zu Bossetti, der 2014 festgenommen wurde.<BR />Er selbst bezeichnete das Urteil wiederholt als Fehlentscheidung und bestreitet die Tat bis heute. Die Verteidigung hofft nun erneut auf eine Neubewertung der forensischen Beweislage.