<BR />Nach Erkenntnissen der ermittelnden Staatsanwaltschaft in Florenz soll der 51-jährige Gastronom nicht nur den Mord an seiner Partnerin geplant haben, um eine millionenschwere Lebensversicherung zu kassieren. Die Ermittler vermuten zudem, dass er auch vorhatte, seine mutmaßlichen Komplizin Simona Hirsch zu töten. Die Frau deutscher Herkunft soll Franka Ludwig. zunächst das Betäubungsmittel Benzodiazepin verabreicht haben. <BR /><BR />Anschließend soll sie die Berlinerin zu einem Waldweg nahe San Godenzo in der Provinz Florenz gebracht und dort mit einem Schlag auf den Kopf getötet haben. Als Tatwaffe wurde ein Stein identifiziert, der in unmittelbarer Nähe des Fundorts entdeckt worden war. Die Autopsie bestätigte, dass schwere Kopfverletzungen zum Tod der Frau geführt hatten. Ein Sturz oder ein Zusammenstoß mit einem vorbeifahrenden Fahrzeug, wie zunächst angenommen, konnte ausgeschlossen werden.<h3> „Mit 80 Jahren kommst du sowieso nicht ins Gefängnis!“</h3>Als Drahtzieher des Mordes gilt Frankas Lebensgefährte, mit dem sie einen zum Zeitpunkt ihres Todes sechs Monate alten Sohn hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass Emiliano Milza auch den Mord an seiner Komplizin plante, die sich derzeit in Untersuchungshaft in Florenz befindet, weil er befürchtete, sie könnte die Tat gestehen. In abgehörten Gesprächen habe Emiliano Milza seiner 80-jährigen Mutter vorgeschlagen, die Komplizin zu töten, um seine eigene Verantwortung zu vertuschen.<BR /><BR /> Der Mann soll die Mutter aufgefordert haben, ihm bei der Tötung zu helfen, um nicht ins Gefängnis zu müssen und das Sorgerecht für seinen Sohn zu behalten. Die Gespräche wurden laut Staatsanwaltschaft abgehört, wie die Tageszeitung „La Nazione“ berichtete. Emiliano Milza soll die alte Mutter sogar gedrängt haben, die Komplizin mit einem Betäubungsmittel töten. <BR /><BR />„Mit 80 Jahren kommst du sowieso nicht ins Gefängnis!“, soll er gesagt haben. Der Mann befürchtete außerdem, die Ermittler könnten ihm den kleinen Sohn wegnehmen, und plante daher sogar die Flucht mit Mutter und Kind nach Kap Verde. Den Plan konnte er nicht umsetzen: Am Mittwoch wurden er und seine mutmaßliche Komplizin festgenommen. Ein Untersuchungsrichter bestätigte für beide Verdächtigten die Untersuchungshaft.<h3> Viele Fragezeichen um Tod der Pflegekraft</h3>Auch der Tod der peruanischen Pflegekraft, die für Emilianos Mutter arbeitete, wirft laut Ermittlern Fragen auf. Die 40-Jährige starb im Dezember 2024 wenige Tage nach Beschwerden über Unwohlsein. Sie litt an Thrombozytose, weshalb ihr zuvor eine vollständige Hysterektomie empfohlen worden war. Nach Ermittlungen soll Emiliano sie einige Monate vor ihrem Tod dazu „überredet“ haben, eine Lebensversicherung abzuschließen, um ihre Kinder in Peru abzusichern.<BR /><BR /> Bei der Lebensversicherung galt er als Begünstigter. Er habe der Peruanerin versprochen, im Fall ihres Todes die Auszahlung zu erhalten und das Geld den Kindern zukommen zu lassen. Die Untersuchungen zu diesem Todesfall dauern noch an.<BR /><BR />Am Wochenende antwortete der Verdächtige über fünf Stunden dem Ermittlungsrichter und wies die Vorwürfe zurück. Fast zwei Stunden lang wurde auch die mutmaßliche Komplizin vernommen. Frankas Lebensgefährte wird nicht nur des Mordes, sondern auch der häuslichen Gewalt, des Betrugs und Versicherungsbetrugs beschuldigt. <BR /><BR />Er soll seiner Mutter heimlich ein Beruhigungsmittel verabreicht haben, sodass die Frau befürchtete, selbst getötet zu werden. Auch seinen kleinen Sohn soll er mit Psychopharmaka ruhiggestellt haben. Zudem ließ er das Kind mehrfach über längere Zeiträume allein zu Hause oder im Auto ohne Aufsicht, berichten die Ermittler.