Dienstag, 20. Juni 2017

Mordverdächtiger tot in Zelle aufgefunden

Der Fall Luca Varani hat im März 2016 Schlagzeilen gemacht: Der 23-jährige Römer war tot in der Wohnung eines Studenten aufgefunden worden - ermordet. Nun hat sich einer der Verdächtigen kurz vor der Anhörung vor Gericht in seiner Zelle umgebracht.

Marco Prato, des Mordes an Luca Varani verdächtigt, hat sich in seiner Zelle umgebracht. - Foto: Facebook
Marco Prato, des Mordes an Luca Varani verdächtigt, hat sich in seiner Zelle umgebracht. - Foto: Facebook

Luca Varani war am 4. März 2016 bei einer Alkohol- und Kokainparty umgebracht worden. Man fand seine Leiche am nächsten Tag in der Wohnung des Studenten Manuel Foffo, nackt und mit Messerstichen übersät. Nur wenig später gestand Foffo den Mord: „Wir wollten jemanden töten, um zu sehen, wie es sich anfühlt, einen Menschen zu ermorden.“

Gemeint war neben Foffo auch Marco Prato (31). Dieser war bereits wegen Drogen vorbestraft. Die Polizei hatte Prato nach dem Mord in einem Hotel gefunden, wo er versucht hatte, sich mit Medikamenten das Leben zu nehmen. Ihm wurde der Magen ausgepumpt, anschließend wurde Prato verhaftet und in das Gefängnis in Velletri bei Rom gebracht.

Abschiedsbrief: „Lügen über mich verbreitet“

Am morgigen Mittwoch hätte die Anhörung Pratos vor Gericht stattgefunden. Bei einem Kontrollgang entdeckten die Gefängniswärter jedoch den Leichnam Pratos: Er hatte sich mit einer Plastiktüte erstickt. Sein Zellengenosse will von dem Selbstmord nichts bemerkt haben, weil er geschlafen habe, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Manuel Foffo war bereits in einem verkürzten Verfahren zu 30 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt worden. Prato hingegen hatte ein normales Verfahren verlangt.

In einem Abschiedsbrief rechtfertigte Prato seinen Suizid: Er habe sich wegen der von den Medien verbreiteten Lügen und der damit verbundenen öffentlichen Aufmerksamkeit umgebracht, so der 31-Jährige in seinen letzten Worten.

stol/liz

stol