Dem 33-jährigen Marius Deda aus Albanien wurde vorgeworfen, im Juni 2024 nach dem EM-Spiel Italien-Kroatien am Bozner Siegesplatz auf zwei Landsleute eingestochen zu haben. Für eines der Opfer hätte der Angriff tödlich enden können. Der Angeklagte soll ohne Skrupel wiederholt auf einen 26-Jährigen eingestochen haben. <h3> Warum der Pflichtverteidiger auf Freispruch plädierte</h3>Die Staatsanwaltschaft beantragte zehn Jahre Haft für den Tatverdächtigen. Der Pflichtverteidiger des Angeklagten plädierte auf Freispruch, weil die Tat nicht vorliege: Eine Tötungsabsicht sei nicht erwiesen, auch sei der Angreifer auf den Überwachungsvideos nicht einwandfrei zu identifizieren.<BR /><BR />Der Strafsenat (Vorsitz Richter Stefan Tappeiner) verurteilte den 33-Jährigen gestern zu zwölf Jahren Haft. Zudem muss er die Prozesskosten tragen und Schadenersatz leisten: 58.000 Euro an jenes Opfer, das schwer verwundet wurde, 10.000 Euro an jenen 23-Jährigen, der leichte Verletzungen davontrug. <h3> Aufenthaltsort ist unbekannt</h3>Wie berichtet, war Deda nach dem Vorfall am Siegesplatz verschwunden. Die Polizei hatte den Tatverdächtigen einen Monat später in Pordenone ausgeforscht. Zunächst blieb er im Gefängnis von Tolmezzo in U-Haft, dann wurde er mit Aufenthaltspflicht in Friaul-Julisch Venetien belegt. Doch plötzlich tauchte er unter. Sein derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt. <BR /><BR />Auch nach dem gestrigen Urteil wird Deda so schnell nicht hinter schwedischen Gardinen sitzen: Erst wenn das Urteil rechtskräftig wird, könnte ein Haftbefehl erlassen werden – die Staatsanwaltschaft müsste einen solchen beim Vollstreckungsrichter beantragen. Im Rahmen des Schengen-Abkommens, aber auch über die Schengen-Grenzen hinaus, findet eine enge Zusammenarbeit statt. <BR /><BR />Die Urteilsbegründung soll in 30 Tagen vorliegen. Deda kann gegen das Urteil Berufung einlegen.