Es ist nicht auszuschließen, dass dabei andere Personen namhaft gemacht werden könnten, die als mögliche Täter in Frage kämen. Auch pocht die Verteidigung darauf, dass Ibolekwu am betreffenden Tag aus harmlosen Gründen nach Südtirol gekommen sei. <BR /><BR />Der Ex-Schwiegersohn des Opfers, der im September im verkürzten Verfahren zu neun Jahren Haft verurteilt worden war <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mordversuch-kranebitter-auer-neun-jahre-haft-fuer-chika-ibolekwu" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(STOL hat berichtet)</a>, hat immer seine Unschuld beteuert. Die von der Staatsanwaltschaft gesammelten Indizien, denen in der kürzlich hinterlegten Urteilsbegründung Rechnung getragen wurde, sollen den 37-Jährigen aber erheblich belasten. <h3> Generalprobe der Tat?</h3>Die Staatsanwaltschaft hatte Ibolekwu u.a. erschwerend vorgehalten, die Tat mit Vorbedacht begangen – also geplant – zu haben. Schon am 9. Februar sei er mit einem Mietwagen nach Südtirol gekommen. Sein Handy sei zwischen dem späten Abend und Mitternacht im Bereich Andreas- Hofer-Straße/Cavourstraße geortet worden. Genau in diesem Zeitraum habe es im Mehrfamilienhaus, in dem Waltraud Kranebitter Auer wohnt, mehrere ungewöhnliche Stromausfälle gegeben – bei jenen drei Parteien, deren Stromzähler unbeschriftet waren. Im Raum stand somit der Verdacht, dass jemand ausprobiert haben könnte, welcher Schalter zur Wohnung von Kranebitter Auer gehört – eine Art „Generalprobe“ für die Tat. <h3> Schlüssel vermisst</h3>Fünf Tage später habe Ibolekwu erneut ein Auto gemietet. Auch dieses Mal sei der Kilometerstand mit der Entfernung München-Bozen und zurück kompatibel gewesen. Eine Überwachungskamera habe den Mietwagen gefilmt, der zwischen etwa 20 Uhr und 21 Uhr am Bozner Zollplatz geparkt gewesen und dann weggefahren sei. Der Übergriff, bei dem Kranebitter Auer schwer verletzt worden war, sei kurz vor 21 Uhr erfolgt. Wie berichtet, hatte jemand den Strom ausgeschaltet. Sie war in den Zählerraum hinuntergegangen, um nachzusehen. Für diesen Raum braucht es einen Schlüssel. Seit September habe die Familie einen vermisst. Die Ermittler mutmaßten, dass ihn eine nahestehende Person genommen haben dürfte. <BR /><BR />Wie die Staatsanwaltschaft weiters ins Feld geführt hatte, habe man auf Ibolekwus Computer Fotos von Stromzählern gefunden. Und schließlich soll der 37-Jährige um die Jahreswende sinngemäß angekündigt haben, dass „die Familie einmal berühmt sein“ werde.