Wie berichtet, war es zu dem Übergriff, bei dem ein 25-jähriger Tunesier durch Messerstiche verletzt worden war, gegen 23 Uhr in der Sernesi-Straße nahe der Uni Bozen gekommen. In der Folge schleppte sich das Opfer blutend in eine Bar am Dominikanerplatz und bat dort um Hilfe. Der Tunesier wurde auf die Intensivstation des Bozner Spitals gebracht, er schwebt nicht in Lebensgefahr.<BR /><BR />Mithilfe von Zeugenaussagen und Aufnahmen von Überwachungskameras konnte die Polizei einen Landsmann (18) ausforschen. Er wurde am Freitag in der Wohnung eines Bekannten im Stadtteil Don Bosco gestellt und unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Angesichts der Schwere der Verletzungen des Opfers wird dem 18-Jährigen Mordversuch zur Last gelegt.<BR /><BR />Der junge Mann hat keine Aufenthaltsgenehmigung und hält sich noch nicht lange im Land auf. Er soll aber bereits aktenkundig und vom Quästor ausgewiesen worden sein. Da er des Italienischen kaum mächtig ist, stand ihm bei der gestrigen Haftprüfung ein Übersetzer zur Seite. Trotzdem entschied der 18-Jährige, vorerst keine Aussage zu machen. Rechtsanwalt Nicola Nettis, der den Mann gemeinsam mit Kollege Ernest Cuccarollo verteidigt, kündigte aber an, schon in Kürze ein Verhör vor dem ermittelnden Staatsanwalt beantragen zu wollen. <BR /><BR />Sein Mandant habe ihm einige Hinweise gegeben, die auf eine mögliche Handlung aus Notwehr hindeuten könnten. Bereits vor der eigentlichen Tat seien der 18-Jährige und der 25-Jährige im Beisein mehrerer Bekannter zusammengetroffen. Was dabei passiert sei, müsse genau beleuchtet werden: Sein Mandant habe sich nämlich infolge dieses ersten Treffens ins Bozner Spital begeben und Schnittwunden an seinem Körper verarzten lassen. Erst später sei es dann zu dem Treffen gekommen, bei dem der 25-Jährige erheblich verletzt wurde. <BR /><BR />Nettis will jetzt sämtliche Videos der Überwachungskameras auswerten, die möglicherweise das vorherige Zusammentreffen der Männer aufgezeichnet haben und auf denen auch die Personen zu sehen sind, die dabei waren. Sie könnten wichtige Zeugen für den Verlauf bzw. Hintergrund der Tat sein, hofft der Verteidiger.