Es ist ein vertrautes Bild an kalten Dezembermorgen: Man verlässt das Haus, das Thermometer zeigt null Grad, und das Auto ist von einer dicken Eisschicht überzogen. Der Impuls ist schnell da: einsteigen, den Schlüssel drehen oder den Startknopf drücken, die Heizung aufdrehen und wieder aussteigen, um die Scheiben freizukratzen – oder gleich im warmen Innenraum warten, bis das Eis von selbst schmilzt.<h3> Straßenverkehrsordnung ist eindeutig</h3>Was viele nicht wissen: Die italienische Straßenverkehrsordnung ist in diesem Punkt eindeutig, auch wenn die Regel häufig missachtet wird. Artikel 157, Absatz 7-bis, verbietet ausdrücklich, den Motor während des Haltens laufen zu lassen, „um die Klimaanlage im Fahrzeug in Betrieb zu halten“.<BR /><BR />Die Vorschrift dient der Reduzierung unnötiger Schadstoffemissionen, kann aber empfindliche Folgen für den Geldbeutel haben. Wird man dabei ertappt, wie man mit abgestelltem Fahrzeug, laufendem Motor und wartend auf das „Abtauen“ steht, droht eine Strafe zwischen 223 und 444 Euro.<h3> Warum das Warmlaufenlassen auch dem Auto schadet</h3>Neben den saftigen Strafen gibt es auch technische Gründe, diese Gewohnheit aufzugeben. Die weit verbreitete Annahme, ein Motor müsse im Stand „warm laufen“, stammt aus der Zeit der Vergasermotoren vor rund 30 Jahren. Bei modernen Fahrzeugen – egal ob Diesel oder Benziner mit Direkteinspritzung – ist langes Warmlaufen im Leerlauf sogar schädlich.<BR /><BR />Zum einen ist die Schmierung unzureichend: Im Leerlauf erzeugt die Ölpumpe weniger Druck, und kaltes, zähflüssiges Öl erreicht nicht alle wichtigen Bauteile optimal.<BR /><BR />Zum anderen steigt der Verschleiß: Ein Motor braucht im Stand deutlich länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen, als während der Fahrt. Die Bauteile arbeiten dadurch länger im ungünstigen Kaltzustand.<BR /><BR />Hinzu kommt die Ölverdünnung: Bei kaltem Motor spritzt das Motormanagement mehr Kraftstoff ein. Bewegt sich das Fahrzeug nicht, kann unverbrannter Kraftstoff ins Motoröl gelangen und dessen Schmierfähigkeit beeinträchtigen.<h3> Was stattdessen empfohlen wird</h3>Die von Fachleuten empfohlene Vorgehensweise ist einfach: Statt den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, ist es sinnvoller, ihn erst zu starten, nachdem Schnee und Eis vollständig von den Scheiben entfernt wurden. Das Laufenlassen des Motors im Stand ist unnötig, erhöht im Kaltzustand Verschleiß, Kraftstoffverbrauch und Emissionen und bringt keinen technischen Vorteil. Zudem ist es aus Sicherheitsgründen wichtig, vor dem Losfahren für freie Sicht zu sorgen. <BR /><BR />Nach dem Start sollte man etwa 10 bis 30 Sekunden warten – etwa zum Anschnallen oder Einstellen des Navis – und anschließend ruhig losfahren. In der Aufwärmphase empfiehlt es sich, sanft zu fahren, mit niedrigen bis mittleren Drehzahlen, ohne Vollgasbeschleunigungen und ohne hohes Dauertempo. Als Faustregel gilt, erst dann normal zu fahren, wenn die Öltemperatur warm ist und nicht nur die Kühlwassertemperatur. Falls vorhanden, ist eine Standheizung die bessere Alternative, da sie den Motor schont, den Innenraum vorwärmt und die Emissionen beim Start reduziert.<BR /><BR />So vermeiden Sie nicht nur unnötigen Verschleiß, sondern auch hohe Geldstrafen.