Dienstag, 13. Juli 2021

Mühlbach: Seilbahnkabine von Baum getroffen – Fahrgäste evakuiert

Schreckensmomente erlebten am Dienstag die Passagiere der Seilbahn Mühlbach–Meransen. Während eines heftigen Gewitters stürzte ein Baum auf eine der beiden Kabinen und drückte sie gegen einen Pfeiler. Verletzt wurde niemand.

Ein Baum krachte gegen die Kabine.
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Ein Baum krachte gegen die Kabine. - Foto: © FFW
Zum Großeinsatz ist es um kurz nach 17 Uhr gekommen: Das am späten Nachmittag über das Land hereinbrechende Unwetter brachte jede Menge Regen und Wind mit sich. Aufgrund des heftigen Sturms fiel ein Baum direkt gegen eine der beiden in Fahrt befindlichen 12-Mann-Kabinen der Seilbahn. Die Bahn fährt in 12 Minuten von Mühlbach (777 Meereshöhe) nach Meransen (1414 Meereshöhe) und wird von der Gitschberg Jochtal AG geführt.



Die bergwärts fahrende Kabine der Pendelbahn befand sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls auf der Höhe der zweiten Stütze, also in rund 10 Metern Höhe. An Bord der Kabine waren 10 Personen, Einheimische und Touristen gleichermaßen. Unter ihnen befanden sich auch 5 Kinder. Die Kabine wurde durch den Aufprall gegen die Stütze der Seilbahn gedrückt. In der talwärts fahrenden Kabine saßen 3 Personen. Verletzt wurde niemand.

Der Aufprall des Baumes löste im System der Seilbahn einen Sicherheitsmechanismus aus, die Bahn blieb sofort stehen. Der Maschinist und der Betriebsleiter der Bahn alarmierten unverzüglich die Rettungskräfte. An den Einsatzorten eilten rund 30 Bergretter der beiden Bergrettungsdienste Brixen und Vintl. Vor Ort waren zudem Mitglieder der Feuerwehr Meransen, das Weiße Kreuz und die Carabinieri.


Eine Gruppe von Bergrettern machte sich sogleich an die Evakuierung jener Kabine, gegen die der Baum gestürzt war, eine zweite Gruppe übernahm die Bergung der 3 Fahrgäste, die sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls in der zweiten Kabine befanden. Mitglieder der Feuerwehr übernahmen die Schlägerung des besagten Baumes.

Zur Bergung der Passagiere bedienten sich die Bergretter eines für Seilbahnen gängigen Rettungssystems, mittels dessen sie sich über das Tragseil bis hin zu den Kabinen vorarbeiten können, erklärt Raimund Seebacher, Mitglied des Bergrettungsdienstes Vintl. Die 10 Insassen der ersten Kabine konnten nach rund einer halben Stunde abgeseilt werden. Am Boden angekommen, wurde sie dann von den Rettungskräften in Empfang gekommen.

Aufwendige Bergung

Die Evakuierung der Personen aus der zweiten Kabine zog sich länger hin, erklärte Seebacher, da sie sich zum Zeitpunkt des Stillstandes rund 70 bis 80 Meter von der nächsten Stütze weg befand; zudem musste hierbei die Bergung von einem steileren Gelände aus vorgenommen werden. Nach rund 2 Stunden konnte der Einsatz beendet werden, sämtliche Passagiere waren wohlauf geblieben und mit dem Schrecken davongekommen. Eine Person wurde zur Kontrolle in das Krankenhaus Brixen gebracht.

„Für die Passagiere hat nie eine Gefahr bestanden, sämtliche Sicherheitsmechanismen haben reibungslos funktioniert“, erklärt Karl Leitner, der Präsident der Gitschberg Jochtal AG. Er war über den glimpflichen Ausgang des Einsatzes sehr erleichtert.

„Die Evakuierung von Personen aus Seilbahnen ist zwar Teil unseres Übungsprogramms, alltäglich sind derart herausfordernde Einsätze aber Gott sei Dank nicht“, sagt Bergretter Seebacher.




jp