Da wäre eine bessere Absprache angebracht, meint Niederbrunner. Landesrat Arnold Schuler verteidigt die Vorgangsweise des Landes.<BR /><BR />Schuler betont: Die Entnahme der Wölfe ist so durchzuführen, dass die betreffenden Personen geschützt werden und die Aktion nicht gefährdet wird. Über die Entnahme will der Landesrat nichts Konkretes sagen – auch nicht, wie viele Beamte in Mühlwald und Umgebung unterwegs sind. <BR /><BR />Bürgermeister Niederbrunner berichtet, dass er vor einiger Zeit die Nachricht erhalten habe, „dass Mini-Kameras und Fotofallen aufgestellt werden“ und dass die Grundeigentümer dazu nicht befragt werden müssten. Bei den Schranken würden Schilder stehen – mit dem Hinweis „Überwachte Zone“. Der Jagdaufseher habe ihm verärgert erzählt, Bauern hätten ihn angerufen, weil um 22 Uhr nachts der Berg beleuchtet werde. Daraufhin sei er – der Jagdaufseher – dorthin gefahren und habe Förster mit einer Mordssprechanlage und Lampe auf dem Auto angetroffen. Die Förster hätten ihn dann gefragt, was er denn hier wolle. Der Jagdaufseher habe dann die Frage erwidert – schließlich sei ja er für dieses Gebiet zuständig. Niederbrunner betont: Da wäre eine bessere Absprache notwendig. Dann müsste der Jagdaufseher nicht nachts aufstehen und zu solchen Einsätzen fahren.<h3>Eltern trauen sich nicht mehr, Kinder aus dem Haus gehen zu lassen</h3>In Mühlwald ist die Unsicherheit wegen der Wölfe groß – so wie im Trentino wegen der Bären: 2022 haben die Wölfe auf dem Gebiet der 1400-Seelen-Gemeinde nicht weniger als 70 Schafe gerissen. Heuer seien in Mühlwald weitere 37 Schafe den Wölfen zum Opfer gefallen, zudem 8 Ziegen und 2 Rinder, berichtet Bürgermeister Niederbrunner. Manche Eltern würden sich nicht mehr trauen, abends ihre Kinder aus dem Haus gehen zu lassen. Und in Richtung Lappach, wo Sportler früher während der Dunkelheit mit der Stirnlampe liefen, sei nun niemand mehr unterwegs.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="938653_image" /></div> <h3>Schaulustige könnten Entnahme gefährden</h3>Landesrat Schuler hält nichts davon, die Bürgermeister der Gemeinden, in denen Wölfe abgeschossen werden sollen, dauernd auf dem Laufenden zu halten, wo denn jetzt die Forstbeamten unterwegs sind. Wenn sich herumspreche, wo die Förster sind, dann würden wahrscheinlich viele Bürger mit dem Fernglas zusehen wollen – das sei kontraproduktiv. Denn sollte es am Ende nicht gelingen, die Wölfe abzuschießen, dann würde man dem Land strategische Fehler vorwerfen. Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden wüssten, dass das Abschussdekret ausgestellt wurde. Schuler betont auch: „Es wird alles Erdenkliche getan, um das Abschussdekret umzusetzen.“ Wann die weiteren Dekrete ausgestellt werden – für die geplanten Abschüsse in Kastelbell-Tschars sowie in Wolkenstein – steht laut dem Landwirtschafts- und Forstlandesrat noch nicht fest. <BR /><BR /><BR /><BR />