In Sachen Müll muss sich Südtirol bekanntlich an die Vorgaben der staatlichen Regulierungsbehörde für Energie, Netze und Umwelt (ARERA) halten. Und die schreibt vor, dass die Kosten für die Abfallbewirtschaftung einer Gemeinde über die Müllgebühren zu decken sind. <BR /><BR /><BR /><BR />Da hinein fallen aber alle anfallenden Kosten rund um den Müll, also auch die Kosten für getrennte Wertstoffsammlungen etwa über Glas- und Dosencontainer oder auch die der Recyclinghöfe, einschließlich der Verwaltungsgebühren. Diese gesammelten Wertstoffe lassen sich zwar weiterverkaufen, „doch damit lassen sich nicht die gesamten Kosten für die getrennte Sammlung decken“, erklärt Angelucci. Großes Sorgenkind sind dabei die Alttextilien, deren Sammlung mit dem Aus der Caritas-Altkleidersammlung nun ebenfalls Aufgabe der Gemeinden wird. <BR /><BR />Daher werden die Gesamtkosten für die Abfallwirtschaft durch die Mülltrennung „nicht unbedingt teurer, aber eben auch nicht billiger“, so der Amtsdirektor. Zu machen sei es aber dennoch.<BR /><BR />Für den einzelnen Haushalt lohnt sich Müll trennen aber trotzdem: Denn die Kosten werden immer nach dem Verursacherprinzip beim Restmüll auf die Bürger verteilt. <BR /><BR />Also: Weniger Restmüll, weniger Müllgebühren. Doch warum wird es jetzt dennoch teurer? „In vielen Gemeinden hat man die Tarife bislang politisch festgelegt, sie also bewusst für den Bürger günstiger gemacht, als sie für eine Kostendeckung sein müssten“, erklärt Angelucci. Als Beispiel nennt er die Stadt Meran, die den Fehlbetrag über die Gasverteilung eingehoben habe. <BR /><BR />Das widerspricht der staatlichen Vorgabe – und muss daher jetzt korrigiert werden. Doch damit nicht genug müssen die Gemeinden auch an ihrem Service arbeiten, denn sie halten die Qualitätsstandards der ARERA nicht ein. Die schreibt nämlich u. a. vor, dass es eine Grüne Nummer und einen Notdienst geben muss, dass Kosten und Berechnungen öffentlich zu machen sind und Sperrmüll kostenlos entsorgbar sein muss. <BR /><BR />„Es braucht also eine neue Organisation für die Südtiroler Abfallwirtschaft, denn es macht beispielsweise keinen Sinn, dass jede Gemeinde einen eigene Grüne Nummer einrichtet. Selbst eine einzelne Bezirksgemeinschaft ist hierfür zu klein“, findet Angelucci: „Dass jede Gemeinde ihre eigenen Suppe kocht, ist nicht ideal.“