„Ich hielt Homophobie für ein überholtes Konzept. Doch sie zeigt sich sogar bei Menschen, von denen man es nicht erwartet hätte“, erklärt eine der Betroffenen gegenüber der italienischen Tageszeitung „Alto Adige“.<BR /><BR />Es sei ein ruhiger Abend gewesen. Mit einer Freundin hatte sie zuvor ein Lokal verlassen, gemeinsam hatten sie sich auf den Heimweg gemacht, „als uns ein junger Mann von der anderen Straßenseite eine homophobe Beleidigung zugerufen hat“, fährt sie fort. Der Mann sei mit fünf oder sechs Freunden unterwegs gewesen.<h3> Ein Schlag „so stark“ ins Gesicht, dass er sie zu Boden riss</h3>Die junge Frau habe darauf reagiert und den Mann zur Rede gestellt. „Da habe ich einen Fehler gemacht“, sagt sie. Laut ihrer Schilderung schlug der Mann ihr daraufhin „so stark“ ins Gesicht, dass sie zu Boden fiel und ihre Freundin mitriss. „Ich habe mir den Kopf und die Hüfte angeschlagen, anschließend sind wir ins Krankenhaus gegangen, weil wir uns nicht gut gefühlt haben.“ Noch immer beklage sie schmerzen an der Hüfte.<BR /><BR />Freunde des mutmaßlichen Täters hätten schließlich eingegriffen und die Situation beruhigt. „Sie haben uns aufgeholfen und sich für ihn entschuldigt. Wenn sie ihn nicht gestoppt hätten, wäre es wohl noch weiter eskaliert“, erzählt die Betroffene.<h3> „Müssten wir Angst haben, uns in der Öffentlichkeit zu zeigen?“</h3>Die junge Frau betont, sie habe Anzeige erstattet, „um ein Zeichen zu setzen“. „Ich hätte nie gedacht, dass ein junger Mensch in Bozen jemanden wegen der sexuellen Orientierung beleidigt.“ Sie und ihre Freundin seien lediglich umarmt gewesen. „Dabei war das in diesem Fall nur eine Annahme – wir sind Freundinnen. Aber selbst wenn wir ein Paar gewesen wären: Müssten wir dann Angst haben, uns in der Öffentlichkeit zu zeigen?“<BR /><BR />Die beiden Frauen kannten den mutmaßlichen Täter offenbar nicht persönlich.