Südtirol Online: Wird den Patienten die Frühstücksbutter gestrichen?Andreas Fabi: Nein. Das ist keine Entscheidung des Sanitätsbetriebes. Es geht nur um ein Problem im Bozner Krankenhaus. Bei einer Ausschreibung des Bozner Spitals für Butter ist anscheinend nur ein Angebot eingegangen, das zudem überhöht war. Dass die Butter fehlt, ist also nicht auf die Sparmaßnahmen, sondern auf diese Ausschreibung zurückzuführen.STOL: Wird es in Bozen also wieder Butter geben?Fabi: Der Gesundheitsbezirk Bozen wird wohl eine neue Ausschreibung machen. Möglicherweise wird man dort auch nach Alternativen suchen. Ich weiß, dass der Diätdienst seit längerer Zeit Überlegungen anstellt, ob Butter grundsätzlich gesund ist. Aber das ist ein anderer Diskurs. Wie gesagt: An den Sparmaßnahmen liegt es sicher nicht, dass im Bozner Spital die Butter fehlt. Denn müssten wir an der Butter sparen, um das Budget des Sanitätsbetriebes zu sanieren, dann wären wir arm dran. Diese 15.000 bis 20.000 Euro fallen nicht ins Gewicht.STOL: Seit einigen Monaten wird in den Krankenhäusern auch auf Mineralwasser verzichtet.Fabi: Das hat aber ebenfalls nichts mit Sparmaßnahmen zu tun. Die Überlegung war: Wenn wir ohnehin gesundes Leitungswasser haben, warum sollten wir dann Mineralwasser nehmen? Bei den Nahrungsmitteln zu sparen - das kann es nicht sein.STOL: Wie viel muss der Südtiroler Sanitätsbetrieb im kommenden Jahr einsparen?Fabi: Vorausgeschickt, dass der Landeshauhalt vom Landtag noch genehmigt werden muss: Die eigentliche Kürzung umfasst wohl ca. 40 Millionen Euro. Weitere zehn Millionen Euro muss der Südtiroler Sanitätsbetrieb nach einem Urteil des Verfasssungsgericht an die Ärzte zurückzahlen. Ihre Einkommen sind zu hoch besteuert worden. Insgesamt sind es also 50 Millionen Euro. Deshalb geht es im Bereich Gesundheit um grundsätzliche Entscheidungen und nicht nur um ein bisschen Butter.Interview: Rupert Bertagnolli