Montag, 08. Oktober 2018

Mullah Krekar: Prozess in Bozen beginnt

Nach mehreren Anläufen hat am Montag am Bozner Landesgericht der Schwurgerichtsprozess gegen Mullah Krekar und 5 seiner mutmaßlichen Gefolgsleute begonnen. Rund um den Gerichtsplatz und im Gebäude selbst gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

Der Prozess gegen Mullah Krekar hat am Montag in Bozen begonnen.
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Der Prozess gegen Mullah Krekar hat am Montag in Bozen begonnen. - Foto: © APA/AFP

Am Montag hört das Schwurgericht einen Ermittler der Carabinieri-Sondereinheit ROS an, der berichten wird, welche Art von Verbindungen bzw. Kontakten der Mullah laut Erhebungen nach Südtirol hatte. Der mutmaßliche Drahtzieher der Organisation „Rawti Shax“ hat das Land selbst nie betreten, und wird es voraussichtlich auch für den Prozess nicht tun.

Der aus dem Irak gebürtige Mullah lebt seit 1991 mit seiner Familie in Norwegen. Zwar ist er ein freier Mann, die Behörden haben ihm aber die Identitätskarte entzogen, wie Amtsverteidigerin Enrica Franzini vor dem Schwurgericht erklärt hatte.

Sollte Krekar dennoch ausreisen, könnte er nicht mehr zu seiner Familie zurückkehren. Was er letztendlich tut, ist allerdings seine eigene Entscheidung und dürfte die Fortführung des Verfahrens nicht beeinflussen.

Gelöst hat sich inzwischen auch das Problem mit dem mutmaßlichen Krekar-Getreuen Hamasalih Wahab Awar, der in Großbritannien eine 6-jährige Haftstrafe absitzt. Wie berichtet, hatte er das Schwurgericht wissen lassen, dass er auf persönliche Anwesenheit verzichtet. Bis das geklärt war, war der Prozess mehrfach vertagt worden.

Neben Krekar und Wahab Awar sind auch Rahim Karim Twana (er soll für die Ausbildung von Gefolgsleuten zuständig gewesen sein), Rahman Abdul Zana Rahim (er sei der „Pressemann“ des Mullah), Bakr Hamad (sein Wirkungskreis sei die virtuelle Propaganda gewesen) und Kamil Jalal Fatah (er soll die Kontakte zu Adepten in Italien gepflegt haben) angeklagt.

Besagte Adepten sollen den Ermittlungen zufolge die inzwischen rechtskräftig verurteilten Mitglieder der Meraner Schläferzelle gewesen sein. Abdul Rahman Nauroz, Eldin Hodza, Hasan Saman Jalal und Abdula Ali Salih wurden für schuldig befunden, einer Vereinigung anzugehören, die den Terror und die Beseitigung der demokratischen Ordnung zum Ziel hat. Sie verbüßen ihre Strafe derzeit in italienischen Hochsicherheitsgefängnissen (Nauroz 6 Jahre, die anderen jeweils 4 Jahre). Danach werden sie abgeschoben.

D/rc

stol