Diese waren in das unbewohnte Anwesen eingedrungen. Seit rund 20 Jahren hatte niemand aus dem Familien- oder Freundeskreis das Ehepaar besucht: Marco Steffenoni (75) und seine Frau Maria Teresa Nizzola (76) hatten bewusst jeden Kontakt zur Außenwelt abgebrochen und lebten wie Einsiedler in ihrer Villa.<BR /><BR />Die Leichname befinden sich noch immer in der rechtsmedizinischen Abteilung des Krankenhauses Borgo Roma in Verona. Dort werden sie bleiben, bis der Umweltschutzverband WWF das Erbe des beträchtlichen Vermögens des Ehepaars offiziell angenommen hat. Dieses Verfahren zieht sich in die Länge und dürfte sich erst in den kommenden Wochen klären, wenn die Zivilkammer des Gerichts von Verona einen Notar bestellt.<BR /><BR />„Wir wollen den letzten Willen der Eheleute Steffenoni keinesfalls missachten. Als Organisation können wir die Erbschaft jedoch nur unter Vorbehalt eines Inventars annehmen, und zunächst musste geklärt werden, wer von beiden zuerst verstorben ist“, erklärte der Anwalt des WWF, Gian Pietro Bianchi laut Medienangaben.<h3> Nur wenige Stunden nacheinander gestorben</h3>Die Ergebnisse der Autopsie lagen erst im August vor: Die beiden starben nur wenige Stunden nacheinander. Zuerst verstarb Maria Teresa, die in einem Sessel vor dem Kamin saß, aus dem Kohlenmonoxid ausgetreten war. Marco Steffenoni befand sich im Schlafzimmer im ersten Stock; die Vergiftung führte bei ihm zu einem Herzstillstand, er brach zusammen und wurde später dort aufgefunden.<BR /><BR />Sobald der Notar offiziell bestellt ist, sollen die Siegel an der Villa - die während der Ermittlungen beschlagnahmt wurde - entfernt werden. Dann kann das Anwesen betreten und ein Inventar erstellt werden, um den Umfang des Vermögens festzustellen. Erst danach kann der WWF den Besitz übernehmen und die Beisetzung organisieren. Im Testament hatten die Steffenonis verfügt, gemeinsam in der Familienkapelle von Maria Teresa im Raum Mantua beigesetzt zu werden, wo sie weitere Immobilien besaß.<h3> Von der Außenwelt abgeschottet</h3>Über 20 Jahre lang hatten sich die Eheleute bewusst von der Außenwelt abgeschottet. Sie reisten viel, liebten die Natur und unterstützten bereits zu Lebzeiten Umwelt- und Tierschutzorganisationen. Seit den 1980er Jahren waren sie Mitglieder des WWF und beschlossen schließlich, ihr gesamtes Vermögen dieser Organisation zu vermachen. Neben der Villa in Montericco gehören dazu auch mehrere Immobilien im Raum Mantua.<BR /><BR />Maria Teresa Nizzola war einst aus Studiengründen nach Verona gezogen, wo sie Marco Steffenoni kennenlernte. Er hatte 1977 an der Universität Padua Medizin studiert und sich später als Zahnarzt niedergelassen, mit einer Praxis im Zentrum von Verona. Die beiden galten nie als besonders gesellig. Zwar hatten sie zeitweise Studierende in ihrer Villa beherbergt, doch später wollten sie niemanden mehr im Haus haben - selbst dem Gärtner wurde irgendwann der Zutritt verwehrt.<BR /><BR />Auch Nachbarn berichteten, die Steffenonis kaum gekannt zu haben.<BR />Die abgelegene Villa zwischen den Hügeln von Montericco, an der Grenze zwischen Verona und Negrar di Valpolicella, zog nach dem Tod des Paares Urbex-Gruppen und Diebe an. Trotz polizeilicher Siegel kam es zu mehreren Einbrüchen: Wertgegenstände aus den Reisen des Ehepaars, Gemälde und Teile ihrer Luxusautos wurden gestohlen. Die Villa wurde sogar zu einem Treffpunkt für Urbex-Gruppen aus Städten wie Triest und Treviso.