Seit Jahren hatten sie ihre Verbindung zur Außenwelt abgebrochen und lebten einsam in ihrer Villa in den Hügeln an der Grenze zwischen Verona und Negrar: Der 75-jährige pensionierte Zahnarzt Marco Steffenoni und seine ein Jahr ältere Frau Maria Teresa Nizzola, deren mumifizierte Leichen zufällig am Samstag von drei Jugendlichen gefunden wurden, waren voraussichtlich schon seit Oktober tot, niemand hatte sie je gesucht. <BR /><BR />Angesichts des fortgeschrittenen Verwesungszustands der Leichen vermuten die Ermittler, dass das Paar den Kamin angeheizt habe und an Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung gestorben sei. Die Leiche der Frau wurde in einem Sessel im Erdgeschoß entdeckt, jene des Mannes lag auf dem Fussboden im ersten Stockwerk der großen Villa.<h3> Autopsie soll Informationen über die Todesursache liefern</h3> Die im Fall ermittelnde Staatsanwältin Maria Beatrice Zanotti verordnete eine Autopsie, die wichtige Informationen über die Todesursache liefern soll. Die Staatsanwaltschaft prüft die Lage der 3 jungen Männer, die illegal in das Privathaus eingedrungen waren. Sie praktizieren Urbex (Urban Exploration) in verlassenen Gebäuden. Dabei handelt es sich um das Erkunden alter Industrieruinen, aber auch alter Kanalisationen, Katakomben, Dächer oder anderer Räumlichkeiten ungenutzter Einrichtungen. <BR /><BR />Das tot aufgefundene Ehepaar war kinderlos. Steffenoni, ein gebürtiger Veroneser, hatte nur noch einen Bruder, zu dem er seit langem den Kontakt abgebrochen hatte. Auch zu seinen Cousins und Neffen hatte er keine Verbindung mehr. Einige Verwandte beschrieben den ehemaligen Zahnarzt als eine Person, die nicht gerne unter Menschen ging und Schwierigkeiten hatte, soziale Beziehungen zu pflegen. „Ich kannte weder ihn noch seine Frau gut, ich war auch nie bei ihnen zu Hause. Das ist sicherlich eine Tragödie, die zeigt, dass diese Menschen sehr einsam waren“, berichtete ein Verwandter laut Medienangaben. <BR /><BR /> Steffenoni hatte das Gymnasium und die Universität in Padua besucht. Er hatte danach eine Zahnarztpraxis im Zentrum Veronas eröffnet. Seit der Pensionierung hatte er keine Kontakte zu Kollegen gepflegt. Noch schwieriger ist es, Informationen über Maria Teresa Nizzola zu finden. Man weiß lediglich, dass sie in letzter Zeit einige gesundheitliche Probleme hatte.